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Umwelt: Genetisch veränderte Pflanzen entgiften Glyphosat

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Tabakpflanzen | Diesen Tabakpflanzen in den Gewächshäusern von Byotix im kalifornischen Richmond kann das Unkrautvertilgungsmittel Glyphosat oder Roundup nichts mehr anhaben: Sie bekamen das Gen für ein Enzym eingeschleust, welches den Wirkstoff verändert und so unschädlich macht.
Wissenschaftler der Firmen Verdia, Maxygen und Pioneer Hi-Bred International haben Pflanzen die Erbinformation für ein Bakterien-Enzym eingeschleust, welches den Wirkstoff des Herbizids Glyphosat in den Zellen verändert und so entgiftet. Das auch als Roundup bekannte Unkrautvertilgungsmittel hemmt normalerweise ein Schlüsselenzym in der Herstellung von Aminosäuren.

Das eingeschleuste Gen stammt aus dem Bodenbakterium Bacillus licheniformis und und kodiert für das Enzym Glyphosat-N-acetyltransferase (GAT). Durch gezielte Selektion von Bakterienstämmen mit besonders aktiven Enzymvarianten konnten die Forscher die Effektivität des Enzyms auf das 10 000fache steigern. Damit ausgestattete Maispflanzen überlebten das Sechsfache an Glyphosatmengen, die normalerweise in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Erste Untersuchungen zeigten, dass die Nebenprodukte des Enzyms genauso ungiftig für Säugetiere seien wie Glyphosat selbst. Die Methode lasse sich neben Mais auch bei Soja und anderen Nutzpflanzen einsetzen.

Bisher hält das Unternehmen Monsanto ein Monopol auf Glyphosat resistente Pflanzen. Diese wurden allerdings auf andere Weise verändert: Sie enthalten ein Gen, dessen Produkt in den Zellen das von dem Herbizid blockierte Enzym übernimmt.
22.05.2004

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 22.05.2004

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