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Grüne Gentechnik: Genmais 1507

Daniel Lingenhöhl

Dupont 1507 heißt das neue Schreckgespenst, das Umweltschützer, viele Landwirte und um ihre Ernährung besorgte Menschen umtreibt: eine von der Firma Dupont entwickelte, transgene Maissorte, die das so genannte Bt-Toxin selbst produziert – ein ansonsten vom Bakterium Bacillus thuringiensis erzeugtes Gift. Technisch ins Erbgut der Maispflanzen eingebaut, synthetisiert die Pflanze den Wirkstoff selbst und sorgt damit dafür, dass Larven des schädlichen Maiszünslers beim Fressen getötet werden. Ein weiteres artfremdes Gen in der Sorte macht sie unempfindlich gegenüber bestimmten Herbiziden: Der Mais geht also nicht ein, wenn unerwünschte Gräser im Feld bekämpft werden.

Wie üblich argumentieren Befürworter wie Gegner mit einer Reihe von Argumenten, die wissenschaftlich nicht haltbar sind beziehungsweise noch unbestätigt sind. Unsere Autorin Natasha Gilbert hat drei besonders häufig erwähnte Probleme in ihrem Artikel "Wahrheiten und Legenden der Grünen Gentechnik" betrachtet: die Förderung von Superunkräutern durch intensiven Gebrauch von Pestiziden (trifft zu), die Zunahme an Suiziden unter indischen Landwirten (ist falsch) und die wilde Ausbreitung transgener Eigenschaften (noch nicht entschieden). Ohnehin hat die Grüne Gentechnik in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht; sie kann nun viel gezielter ins Erbgut der ausgewählten Pflanzen eingreifen und so gewünschte Eigenschaften fabrizieren, ohne dass dabei auf andere Organismen zurückgegriffen werden müsste. Daniel Cresseys beschreibt "die nächste Generation" gentechnisch modifizierter Nutzpflanzen.

Zudem gelten europaweit bereits heute sehr strenge Regeln, was die Zulassung neuer Sorten anbelangt – und zuvor auch schon die testweise Kultivierung der Pflanzen. Das gilt selbst für Züchtungen wie den Goldenen Reis, der den Vitamin-A-Mangel vieler Asiaten beheben helfen soll. Elena Bernard berichtet über den "Hoffnungsträger vor der Premiere".

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