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Viruserkrankungen: Genmanipulation erzeugt harmlosen Ebola-Laborstamm

Ebola
Laboruntersuchungen am tödlichen Ebola-Virus könnten mit einem neu geschaffenen Virenstamm bald ohne Lebensgefahr durchgeführt werden, hoffen Forscher der Universität von Wisconsin. Eine solche nicht infektiöse Ebolavariante produzierte nun ein Team um Yoshihiro Kawaoka durch einen minimalen genetischen Eingriff. Dieses manipulierte Virus könne auch außerhalb der sehr wenigen Forschungseinrichtungen weltweit untersucht werden, welche die für die Wildform notwendigen allerhöchsten Sicherheitsstandards erfüllen.

Ebola-Virus | Das Ebola-Virus, hier eine rastelektronenmikroskopische Aufnahme, tauchte 1976 zum ersten Mal im Sudan und in Zaire auf.
Kawaokas Team schaltete in ihrem Ebolastamm die Bauanleitung für das Protein VP30, eines der insgesamt acht viralen Gene, funktionsunfähig. VP30-Eiweiß ist notwendig, damit der Erreger sich in Wirtszellen replizieren kann, schädigt alleine aber die Zellen nicht. Das veränderte, für normale Zellen nicht gefährliche Ebola-Virus können die Forscher nun in einer nur zu diesem Zweck speziell manipulierten Kultur untersuchen, deren Zellen ihrerseits das virale VP30-Eiweiß selbst herstellen und damit den Mangel des Erregers kompensieren.

Das Ebola-Virus war erstmals 1976 öffentlich wahrgenommen worden, als es in Afrika Epidemien hämorrhagischen Fiebers auslöste. Die Hälfte bis neun Zehntel der Ebola-Infizierten stirbt an der Erkrankung, gegen die bislang weder wirksame Medikamente noch ein Impfstoff gefunden wurde. Zuletzt waren etwa in Uganda neue Stämme des Erregers aufgetreten, die bereits mindestens 40 Menschen töteten.

Die Forscher um Kawaoka hoffen die Suche nach einem Mittel gegen das Virus mit ihrem manipulierten Virus-Zellkultur-Duo auf eine sehr viel breitere Basis zu stellen. (jo)

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