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News: Genom zweier Bilharziose-Erreger entziffert

Chinesische und brasilianische Wissenschaftler haben das Erbgut von zwei Schistosoma-Arten entziffert und für die meisten aufgespürten Gene auch die Funktion analysiert. Die Forscher um Ze-Guang Han vom Chinese National Human Genome Center in Shanghai sequenzierten über 13 000 der insgesamt etwa 15 000 Gene von Schistosoma japonicum, der in China und anderen asiatischen Staaten Bilharziose auslöst. 35 Prozent davon zeigten keine Ähnlichkeit mit bisher bekannten Erbanlagen, und 75 Prozent werden damit zum ersten Mal für Schistosoma beschrieben [1].

Sergio Verjovski-Almeida und seine Kollegen von der University of São Paulo entzifferten und analysierten 92 Prozent der etwa 14 000 Gene von Schistosoma mansoni, der in Afrika, der Karibik und Südamerika heimisch ist [2].

Schistosomen sind Saugwürmer, die in Binnengewässern leben, und deren Larven die Haut ihres menschlichen Wirtes direkt durchdringen. Besonders häufig werden Kinder in Entwicklungsländern infiziert, die im Wasser schwimmen oder spielen, sowie Fischer oder Arbeiter an Bewässerungsanlagen. Die Infektion verschlimmert noch die Auswirkungen von Unterernährung und Blutarmut; zu den Langzeitschäden gehören Leberfibrose, Blasenkrebs und Nierenversagen. Einen wirksamen Impfschutz gibt es nicht.

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  • Quellen
[1] Nature Genetics 10.1038/ng1236 (2003)
[2] Nature Genetics 10.1038/ng1237 (2003)

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