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Amphibiensterben

Genomanalyse enthüllt Eigenheiten eines tödlichen Froschpathogens

Glasfrosch
Forscher um Erica Rosenblum von der University of Idaho in Moscow haben anhand des gerade entzifferten Genoms von Batrachochytrium dendrobatidis mögliche Ansatzpunkte im Kampf gegen den für viele Amphibien tödlichen Pilz entdeckt. Außerdem verglichen sie die Genaktivität in verschiedenen Lebensstadien des Pathogens, um vielleicht einmal gezielter die Ausbreitung und die Infektion stoppen zu können.

B. dendrobatidis gehört einer sehr alten Abstammungslinie von Pilzen an, die sich im Vergleich zu anderen Pilzarten, deren Genom bekannt ist, bereits seit über eine Milliarde Jahre isoliert entwickelt. Dementsprechend gab es für zahlreiche Gensequenzen kein Vergleichsmaterial, das über die Funktion aufklären könnte. Dafür stießen die Forscher aber unter anderem auf eine verblüffende Vielfalt so genannter Fungalysin-Metallopeptidasen, die eine Rolle beim Abbau von Keratin in der Froschhaut spielen könnten. Was jedoch letztendlich den Tod der Tiere auslöst, ist noch immer unbekannt.

Außerdem zeigt über die Hälfte der Gene unterschiedliche Aktivität in den freilebenden Zoosporen, die neue Opfer infizieren, und den in der Haut siedelnden Sporangien, wobei letztere ein weitaus komplexeres Muster aufweisen. Rosenblum und ihre Kollegen hoffen, hier in weiteren Untersuchungen Kandidaten zu finden, um auch im Freiland in den Lebenszyklus des Pathogens einzugreifen und so die weitere Ausbreitung einzudämmen

B. dendrobatidis war erst Ende der 1990er Jahre als tödliche Bedrohung für Amphibien entdeckt worden, inzwischen gilt er als einer der Hauptverantwortlichen des weltweiten Amphibiensterbens, zusammen mit Klimawandel, Umweltverschmutzung und Lebensraumzerstörung. Daten des Global Amphibian Assessment von 2004 zufolge gehen die Bestände von 43 Prozent aller Froscharten zurück. (af)

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