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Gentechnik: Gentherapie gegen Aids

Die Immunschwächekrankheit Aids konnte erstmals per Gentherapie beim Menschen gestoppt werden. Eine klinische Studie der Phase I verlief bei fünf Patienten erfolgreich, berichten Wissenschaftler aus den USA.

Die Mediziner um Carl June von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia hatten ihren mit HIV infizierten Versuchspersonen T-Zellen entnommen und diese genetisch manipuliert: Durch die Infektion mit gentechnisch veränderte Lentiviren – zu denen auch das HI-Virus gehört – produzierten die Immunzellen RNA-Moleküle, die das Erbgut des Aids-Erregers lahmlegen sollten. Jeder Patient erhielt anschließend etwa zehn Milliarden veränderte T-Zellen zurück – das entspricht zwei bis zehn Prozent des Gesamtvorrats an Immunzellen im menschlichen Körper.

Tatsächlich blieb bei allen fünf Patienten die Virenlast innerhalb der folgenden neun Monate konstant. Bei einem Probanden ging die Zahl der HI-Viren sogar zurück.

Die Forscher folgern daraus, dass eine Gentherapie gegen Aids helfen könnte. Allerdings sei die Zahl der Patienten zu gering und die Dauer der Studie zu kurz, um weitergehende Schlüsse zu ziehen. Langfristige Effekte seien erst nach 15 Jahren erkennbar. Eine Phase-II-Studie soll nun diese Gentherapie an einer größeren Zahl von Aids-Patienten testen. (aj)
08.11.2006

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 08.11.2006

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