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News: Gentherapie gegen Komplikationen nach Organ-Transplantationen

Eine der Hauptkomplikationen nach Organtransplantationen, die Transplantat-Arteriosklerose, kann vielleicht durch Gentherapie unterdrückt werden. Forscher fanden ein Gen, welches im Tierversuch erfolgreich gegen diese Schädigung eingesetzt wurde.
Forscher des Medical Center der University of Pittsburgh haben eine Gentherapie entwickelt, die möglicherweise chronische Organabstoßung verhindern kann. Die Studie, erschienen in der Oktoberausgabe des Journal of Clinical Investigation, ergab, daß Transplantat-Arteriosklerose durch iNOS (inducible nitric oxide synthase) verhindert werden kann. iNOS ist ein Enzym, das Stickstoffmonoxyd (NO) produziert.

"Unsere

Studie legt den Schluß nahe, daß die iNOS-Expression teilweise aortale Transplantate gegen die Entwicklung von Arteriosklerose schützt. So könnten sich iNOS-Gentransferstrategien bei der Verhinderung dieses ansonsten nicht behandelbaren Krankheitsprozesses als hilfreich erweisen," sagte Si Pham, M.D., Assistenzprofessor für Chirurgie und maßgeblicher Forscher der Studie.

Transplantat-

Arteriosklerose ist der Aufbau von glatten Muskelzellen innerhalb der Blutgefäße.Sie blockieren den Blutfluß in den Arterien des transplantierten Organs und führen so zu einer chronischen Organabstoßung. Dies wurde bei ca. sechs bis 18 Prozent der Empfänger eines Spenderherzens ein Jahr nach der Transplantation und bei 50 Prozent der Patienten nach fünf Jahren festgestellt.

"Chronische Abstoßung hat sich als das Haupthindernis für eine langfristige Organfunktion herausgestellt," sagte Dr. Pham. "Bei Herztransplantationspatienten ist die beschleunigte Herzkranz-Arteriosklerose inzwischen der Hauptgrund für eine Organfunktionsstörung und den späteren Tod geworden."

Ausgangspunkt der Forschungen war die Entdeckung, daß Cyclosporin, das Transplantationspatienten verabreicht wird, um eine akute Organabstoßung zu verhindern, die natürliche Produktion von iNOS in Ratten hemmt. Nach den neuen Erkenntnissen beschleunigt dieses Medikament dadurch sogar die chronische Abstoßung: "Durch die Behandlung der akuten Transplantatabstoßung mit Hilfe von

Cyclosporin bekämpfen wir die körpereigene Fähigkeit, chronischer Abstoßung mit iNOS entgegenzuwirken," sagte Dr. Pham.

Um ihre iNOS-Gentherapie gegen Transplantat-Arteriosklerose zu testen, führten die Forscher aortale Transplantationen an genetisch nicht verwandten Ratten durch. Gewebe, die von einer Ratte auf eine andere Ratte mit gleicher Abstammung übertragen werden, sogenannte

Allotransplantate, werden typischerweise abgestoßen, weil sie genetisch "nicht zusammenpassen". Einige der Ratten erhielten aortale Transplantate, die mit dem iNOS-Gen behandelt worden waren. Eine andere Gruppe von Ratten erhielt unbehandelte aortale Transplantate.

Achtundzwanzig Tage nach der

Transplantation entfernten die Forscher die Allotransplantate und untersuchten sie. Die Transplantate, die zuvor nicht mit dem iNOS-Gen behandelt worden waren, wiesen eine schwere Arteriosklerose auf. Transplantate, die das iNOS-Gen vor der Transplantation erhalten hatten, zeigten keinerlei Anzeichen dieses Krankheitsprozesses.

"Patienten mit dem größten Risiko der Entwicklung von Organverletzungen und Arteriosklerose erhalten auch die höchsten Dosen von Medikamenten, welche die iNOS-Expression blockieren. Das Endergebnis ist eine beschleunigte Entwicklung der chronischen Abstoßung," sagte Dr. Pham. "Bei diesen Patienten ist es denkbar, daß durch die Gentherapie weiterhin iNOS gebildet werden kann, trotz des hohen Niveaus an Cyclosporin und Steroiden."

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