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Geosatelliten: Geowissenschaftler warnen vor Unterfinanzierung der Erdbeobachtung

Ein neu gebildetes Gremium von mehr als fünfzig US-amerikanischen Geowissenschaftlern fordert von der US-Regierung, ausgewählte Weltraummissionen zur Erdbeobachtung in den kommenden Jahren ausreichend zu finanzieren. Ohne die Satelliten sei die Datengewinnung und damit die wissenschaftlich verlässliche Berechnung von Klima- und Wettermodellen, dem Treibhauseffekt, dem Schmelzen von Polareis oder der Troposphärenforschung stark gefährdet, schreiben die Autoren in ihrer Budgetempfehlung für das Jahrzehnt ab 2010.

In den USA waren zuletzt nach Maßgabe der US-Regierung die Mittel der Nasa umgeschichtet worden, um mehr Gelder in zukünftige Missionen zu Mond und Mars fließen zu lassen. Im Zuge von Einsparungen waren unter anderem verschiedene Messinstrumente der Mission NPOESS (National Polar-Orbiting Operational Environmental Satellite System) zum Opfer gefallen, die nach derzeitigem Stand nur abgespeckt im Jahr 2013 starten soll. Nach derzeitiger Planung würde die Zahl geowissenschaftlicher Projekte bis zum Jahr 2010 insgesamt um ein Drittel zurückgefahren.

Aus einer Liste von einhundert eingereichten Vorschlägen für geowissenschaftliche Weltallprojekte wählte das Gremium 17 als förderungswürdig aus, die einzeln zwischen 65 und 800 Millionen Dollar kosten sollen. Die Projekte, zu denen auch die bislang nicht geplante Nachfolge noch erfolgreich arbeitender Missionen wie ICESat und Grace zählen, seien finanzierbar, wenn die Nasa ihr Erdbeobachtungsbudget mit zusätzlichen 500 Millionen Dollar wieder auf das Niveau des Jahres 2000 anheben würde. (jo)
18.01.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 18.01.2007

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