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Entwicklungsländer: Gesundheitsziele der Millennium Development Goals stark gefährdet

Die Gesundheitssysteme in den Entwicklungsländern müssen dringend ausgebaut und gefördert werden, fordert eine Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO. Sonst werden die meisten betroffenen Staaten die für 2015 gesetzten Ziele der "Millennium Development Goals" der Vereinten Nationen nicht erreichen.

Die Analyse der bisherigen Anstrengungen zeigt, dass schlechte Gesundheitssysteme das hauptsächliche Hindernis in der medizinischen Vorbeugung und Versorgung der Betroffenen darstellen. Dazu gehört insbesondere ein akuter Mangel an ausgebildeten Kräften für das Gesundheitswesen: Neunzig Prozent der Afrikaner lebe in Regionen, in denen auf 10 000 Einwohner weniger als fünf Ärzte kommen. Auf Grund schlechter Bezahlung und Arbeitsverhältnisse wanderten viele Fachkräfte ab.

Das zweite große Problem sei unzureichende und zudem schlecht organisierte Finanzierung. So seien pro Kopf Investitionen von 30 bis 40 US-Dollar nötig, um ein funktionierendes Gesundheitssystem zu erhalten, erklärt die WHO. In vielen armen Ländern jedoch liegen die Investitionen bei gerade einmal 10 US-Dollar, teilweise sogar nur bei 2 US-Dollar. Darum seien hier nicht nur dringend weitere landesinterne Finanzierungen nötig, sondern auch höhere Beiträge seitens der Industrieländer.

Keine der ärmsten Regionen habe bisher ausreichende Fortschritte bei der Minderung der Kindersterblichkeit zu verzeichnen, und Erfolge in der Müttergesundheit gebe es nur dort, wo die Rate sowieso schon relativ niedrig lag. Die Eindämmung von Infektionskrankheiten bleibe immer noch eine riesiges Problem in den Regionen. Nur die Versorgung mit sauberem Trinkwasser könnte bis 2015 vielleicht weltweit erreicht werden – mit Ausnahme von Afrika südlich der Sahara.

Die Millennium Development Goals wurden auf dem UN-Millennium-Gipfel im Jahr 2000 formuliert und sollen extreme Armut in ihren vielen Ausprägungen – zu geringes Einkommen, Hunger, Krankheit, Obdachlosigkeit und Ausgrenzung – bekämpfen sowie Erziehung, Geschlechtergleichheit und nachhaltigen Umgang mit der Umwelt fördern. Hierzu wurden quantitative Ziele für das Jahr 2015 festgelegt. Drei der acht beschlossenen Punkte kommen aus der Gesundheitspolitik: Entsprechende Maßnahmen sollen die Todesrate bei Kindern unter fünf Jahren um zwei Drittel und die von Müttern um drei Viertel verringern; außerdem sollen sie Aids, Malaria und andere verbreitete Krankheiten eindämmen und sogar einen Rückgang der Erkrankungszahlen einleiten.
24.08.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 24.08.2005

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