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Die Zukunft der Sonne

Gigantische Blasen auf einem Riesenstern

Eine Aufnahme zeigt die Oberflächenstrukturen eines Roten Riesen - und damit auch, wie bizarr die Sonne am Ende ihres Lebens aussehen wird.
VLT-Aufnahme von π1 Gruis - die helleren und dunkleren Bereiche sind Granulen.

Das Blubbern des kühlen roten Riesensterns π1 Gruis hat ein Team um Claudia Paladini mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte ESO beobachtet. Jede der Konvektionszellen hat etwa 120 Millionen Kilometer Durchmesser, so dass nur wenige der als Granulen bezeichneten Zellen auf der Oberfläche des Sterns Platz finden. Im Gegensatz dazu haben die Granulen der Sonne einen Durchmesser von lediglich etwa 2000 Kilometern, und es gibt Millionen von ihnen. Die Granulen entstehen durch Konvektion unter der Photosphäre, der äußeren sichtbaren Schicht des Sterns; dabei steigt heißes, helles Material nach oben, kühlt sich ab und fällt wieder nach innen.

Die Astronomin und ihr Team führen die extrem großen Konvektionszellen auf π1 Gruis auf die relativ geringe Gravitation an der Oberfläche des Sterns zurück. Der Rote Riese im Sternbild Kranich ist etwa anderthalbmal so schwer wie die Sonne, hat aber rund den 350-fachen Durchmesser. Deswegen ist die Schwerkraft an seiner Oberfläche deutlich geringer, und das aufsteigende heiße Material kann sich weiter seitlich ausbreiten, bis es wieder absinkt. In π1 Gruis sehen wir gewissermaßen die Zukunft unserer eigenen Sonne in etwa fünf Milliarden Jahren: Wenn ein Stern dieser Größe seinen Wasserstoffvorrat im Kern verbraucht hat, beginnt er Helium zu fusionieren und dehnt sich auf ein Vielfaches seiner Größe aus. Von der Erde aus wird man die Sonne aber trotzdem nie so sehen wie jetzt π1 Gruis – unser Planet verschwindet dann wohl unter ihrer Oberfläche.

51/2017

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 51/2017

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