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News: Gigantischer Vulkanausbruch auf dem Jupitermond Io

Beobachtungen der Raumsonde Galileo, die im Abstand von fünf Monaten gemacht wurden, enthüllten einen neuen dunklen Flecken auf dem Jupitermond Io. Er hat etwa die Größe der ehemaligen DDR und deutet auf dramatische vulkanische Aktivität in dieser Zeit hin.
„Dies ist die größte Oberflächenveränderung auf Io, die Galileo auf seiner gesamten 2-Jahres-Tour im Jupitersystem beobachtet hat”, sagt Alfred McEwen, Mitglied des Aufnahmeteams Galileos und Wissenschaftler an der University of Arizona in Tucson.

Im Juni 1997 entdeckten Galileo und das Hubble-Weltraum-Teleskop über dem Pillan Patera – einem vulkanischen Zentrum, das nach einem südamerikanischen Gott des Donners, Feuers und der Vulkane benannt ist – eine 121 Kilometer hohe Rauchwolke, und sowohl Galileo als auch Astronomen auf der Erde bemerkten einen grellen, roten Flecken. Der Vergleich von Aufnahmen, die mit einer Kamera an Bord von Galileo gemacht wurden, zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Bildern vom 4. April 1997 und denen vom 19. September 1997.

Die jetzt sichtbare Veränderung ereignete sich in den fünf Monaten zwischen Galileos siebter und zehnter Jupiter-Umkreisung. In dieser Zeit entstand ein großer dunkler Fleck mit einem Durchmesser von etwa 400 Kilometern. Er umgibt den Pillan Patera. Dunkle Züge im Zentrum der Ablagerungen könnten neue Lavaströme sein.

„Die meisten vulkanischen Ablagerungen zeigen sich uns wegen des Schwefels in weiß, gelb oder rot. Die neue Ablagerung indes ist grau. Das sagt uns, daß sie eine andere Zusammensetzung hat und möglicherweise reicher an Silikaten ist als die anderen Regionen”, erklärt McEwen. Die Wissenschaftler wissen schon länger, daß Silikat-Vulkanismus auf Io vorkommt und vermuten, daß der Mond in erster Linie aus Silikaten besteht. Doch aufgrund seines ausgeprägten Vulkanismus könnte die Zusammensetzung der Silikate sein anders als von der Erde bekannt. Deren Untersuchung ließe dann Rückschlüsse auf Ios Entwicklung zu.

Die Io-Bilder, welche die Veränderungen um den Pillan Patera zeigen, offenbaren auch eine Wandlung in der Ablagerung von Pele, dem großen, roten Oval südwestlich vom Pillan Patera. Dies kann darauf hindeuten, daß beide Vulkane zur gleichen Zeit aktiv waren und sich gegenseitig beeinflußten. Eine dunkle Region südwestlich von Pele, die den Pillan-Ablagerungen ähnlich zu sein scheint, war bereits vorhanden, als die Sonde Voyager dort 1979 vorbei geflogen ist.

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