Direkt zum Inhalt
News

Glühender Saturn

Beim Flug über die der Sonne abgewandte Seite des zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems fing die Raumsonde Cassini das eindrucksvolle Glühen des Ringplaneten ein.
Falschfarbenaufnahme des Saturn
Auf der Nachtseite des Planeten werden bei einer Wellenlänge von 5,1 Mikrometern die Strukturen in der Saturnatmosphäre durch thermische Strahlung sichtbar, hier in rot dargestellt. Sie entsteht tief im Inneren des Gasriesen und bahnt sich ihren Weg an die Oberfläche. Dichte Wolken in tieferen Schichten der Atmosphäre absorbieren diese Strahlung nahezu vollständig. Dadurch werden sie als dunkle Streifen, Flecken und den ganzen Planeten umspannende Bänder sichtbar. Die Wolken bestehen wahrscheinlich aus Ammoniumhydrosulfid und sind im reflektierten Licht auf der Tagseite nicht zu sehen.

Auffällig ist der Helligkeitsunterschied zwischen der Nord- und der Südhalbkugel. Die Nordhalbkugel ist fast doppelt so hell wie ihr Gegenstück. Verantwortlich dafür sind kleine Partikel in den hohen Schichten der Atmosphäre, die auf der nördlichen Halbkugel nur halb so häufig vorkommen wie im Süden. Sie absorbieren die Strahlung und lassen deshalb die Südhalbkugel des Planeten dunkler erscheinen.

Blau repräsentiert die Infrarotstrahlung bei einer Wellenlänge von 2,3 Mikrometern. Hier strahlen die Eisteilchen in den Ringen besonders stark. Dagegen wird bei dieser Wellenlänge das Licht vom Methan in der Saturnatmosphäre stark absorbiert, wodurch der Planet insgesamt recht dunkel erscheint.

Bei einer Wellenlänge von drei Mikrometern (hier grün dargestellt) ist es genau umgekehrt: Das Eis der Ringe absorbiert hier stark und die sonnenbeschienene Hemisphäre leuchtet hell. Die optisch dichten Teile des Ringsystems erscheinen dunkel, während die transparenteren Gebiete heller wirken. Speziell der optisch sehr dichte B-Ring ist auf dieser Aufnahme als ein breites, dunkles Band zu sehen, das den hellen A-Ring (außen) vom C-Ring (innen) trennt.

Das Falschfarbenkomposit des Saturn besteht aus 25 Einzelbildern, welche die Raumsonde Cassini am 24. Februar 2007 aus einer Entfernung von rund 1,58 Millionen Kilometern aufnahm. Der Winkel zwischen der Ringebene und der Verbindungslinie Saturn-Cassini betrug dabei 34,6 Grad.

Die Cassini-Mission ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-Raumfahrtbehörde NASA, der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und der Italienischen Weltraumagentur ASI. Cassini wurde am Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena (Kalifornien) entwickelt und gebaut.

AK

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Vielen Dank!

Partnervideos