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News: Gold für schadstoffabbauende Mikroorganismen

Bakterien sind zwar klein, verfügen aber über eine erstaunliche Vielfalt an Fähigkeiten, die wir Menschen uns immer mehr zunutze machen. Das neueste Beispiel sind Mikroorganismen, die zur Reinigung von Abwässern in der Goldgewinnung eingesetzt werden.
Peter Franzmann und Matthew Stott, Wissenschaftler der CSIRO (Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation) in Australien haben in Zusammenarbeit mit der Bac Tech Pty Ltd, einer in Perth ansässigen Minen-Biotechnologie-Firma, mehrere neue natürliche Arten entdeckt, die den Giftstoff Thiocyanat abbauen, der bei der Extraktion von Gold mit Cyanid entsteht.

Ihre Entdeckung hat zu der Entwicklung eines neuen Reinigungsverfahrens für Abwässer aus australischen Goldminen im Binnenland geführt, für die sauberes Wasser knapp und kostspielig ist. Basierend auf einer Methode der Homestake Mine in den USA verwendet dieses System einzig australische Mikroorganismen, die an die lokalen Umweltbedingungen angepaßt sind. "Wir fanden diese Bakterien in den Tümpeln bei den Abraumhügeln der westaustralischen Goldfelder," erklärt Franzmann.

Ein Teil des neuen Projekts ist, einen modifizierten Bioreaktor zur Verarbeitung der Minen-Abwässer zu entwickeln, der auf die lokalen Mikroorganismen und den spezifischen Abbaumechanismus abgestimmt ist. "Wir haben die Bakterien in einem neuen System zur Reinigung der Abwässer arbeiten lassen, und bis jetzt konnten sie die Konzentration der Giftstoffe auf ein 15tel reduzieren", sagt der Wissenschaftler. "Wenn wir den Prozeß etwas präziser steueren könnten, wäre das Wasser danach für solche Minengesellschaften vollständig wiederverwertbar, die eine biologische Erzlaugung von Fabrik-Erzen der Gold-Extraktion mit Cyanid vorschalten. Qualitätswasser ist kostbar in den Gold produzierenden Regionen Westaustraliens. Jede Technologie, die es uns erlaubt, das Wasser wiederaufzubereiten, wird sowohl der Industrie als auch der Umwelt dienen."

Mit molekularbiologischen Methoden bestimmte Stott die nächsten Verwandten der Bakterien. Dies sind höchstwahrscheinlich jene Bakterien, die man in den Tiefen der Ozeane an den heißen hydrothermalen Quellen findet und die sich von den mineralreichen Ausströmungen der Quellen ernähren. Die Mikroorganismen aus den Minen-Seen leben jedoch an der Erdoberfläche und sind der Wissenschaft bisher völlig unbekannt.

Nicht nur der Abbau von Schadstoffen könnte mit dieser Art von Mikroorganismen vorangetrieben werden. Nach Aussage des Programmleiters Martin Houchin von CSIRO Minerals könnte diese Technologie noch einen weitaus bedeutenderen Vorteil bieten – eine vollständig biologische Methode der Extraktion von Metallen, insbesondere Gold, aus Sulfid-Erzen.

"Im Moment können wir Bakterien nur zur Bio-Oxidation bestimmter Gold-Erze nutzen, um sie aufzuschließen, und das Gold dann auf konventionelle Weise mit Cyanid auszulaugen. Aber das Potential ist vorhanden, Bakterien zu nutzen, die biologisch eine Substanz zur Erzlaugung von Gold produzieren, was somit zu einem vollständig biologischen Prozeß führen würde."

Das Ergebnis wäre dann nicht nur ein umweltfreundlicherer Weg der Gold-Extraktion, sondern auch noch ein billigerer.

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