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News: Goldbruchstücke als frühe syrische Zahlungsmittel gefunden

Winzige Fragmente importierter Goldmünzen aus Ägypten und Byzanz waren in Syrien am Vorabend der Kreuzzüge die Hauptzahlungsmittel im Alltag. Für diese Theorie, die bislang nur durch historische Texte gestützt wurde, fanden Jenaer Wissenschaftler zusammen mit syrischen und französischen Kollegen bei Grabungen in der Zitadelle von Damaskus handfeste Beweise. Zwei Fragmente einer ägyptischen und einer byzantinischen Münze, die etwa die Größe eines halben Cents haben, wurden entdeckt und bestätigen erstmals die Aussagen der mittelalterlichen Texte.

Aus der zeitgenössischen Geschichtsschreibung seien vielfach Klagen über den Umlauf von Bruchstücken bekannt, weiß Stefan Heidemann von der Universität Jena. Da es einen Mangel an Münzgeld und insbesondere an Kleingeld gab, wurden die wenigen vorhandenen ganzen Goldmünzen zerbrochen. Das verstieß zwar gegen das Wucherverbot des Korans und minderte den Wert des Geldes, wurde aber in Kauf genommen, um das täglich benötigte Kleingeld zu erhalten.

Für Heidemann sind die Funde das fehlende Puzzlestück für seine Wirtschaftstheorie über die Städte während dieser Zeit. Die Klärung des historischen Geldumlaufs sei entscheidend für die Beurteilung ihres wirtschaftlichen Wiederaufstieges im 11. Jahrhundert nach einer Zeit der beduinischen Vorherrschaft und ihrem Niedergang kurz vor Beginn der Kreuzzüge. Bislang waren archäologische Funde solcher Gold-Fragmente unbekannt, zum einen weil sich zu wenig Forscher in der Region für mittelalterliche islamische Archäologie interessieren und zum anderen weil Münzkabinette keine Bruchmünzen sammeln.

Während der Grabung in Damaskus erlebte Heidemann auch den Beginn des Irak-Krieges. Das Leben sei jedoch in den normalen täglichen Bahnen ruhig weiter verlaufen.

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