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Mittelalterliches Zürich: Goldener Anhänger einer noblen Dame

Goldanhänger
Vor vielen Hunderten von Jahren zierte der goldene Anhänger wohl das Dekolleté einer wohlhabenden Dame. Das knapp drei Zentimeter große Schmuckstück aus Gold stellt einen Adler dar, der auf einem Ast sitzt. In seinem Schnabel hält er eine goldene Scheibe.

Das 900 Jahre alte Schmuckstück ... | ... stellt einen Adler dar, der auf einem Ast sitzt. Es gehörte vermutlich einst einer wohlhabenden Dame und war mit Edelsteinen besetzt.
Der Anhänger ist etwa 900 Jahre alt und kam bei Ausgrabungen in Zürich zum Vorschein. Für die Zürcher Stadtarchäologie ist es ein besonders seltener Fund – wenn auch einige Teile heute nicht mehr erhalten sind. Denn diverse Fassungen lassen vermuten, dass das Stück einst mit Edelsteinen besetzt war – oder wenigstens mit Emaille-Plättchen. Ein filigraner Golddraht zeugt davon, wie fein die Figur bearbeitet wurde.

An der Fundstelle im heutigen Zürcher Stadthausquartier stand im Mittelalter das Kloster Fraumünster. Dort lebten vor allem Damen aus dem Hochadel der Region, obgleich wohl keine jener Klosterfrauen das Schmückstück getragen haben dürfte – die klösterlichen Regeln untersagten nämlich den Besitz weltlicher Dinge.

Neben dem goldenen Anhänger stießen die Forscher außerdem auf Hausmauern, Straßenpflaster und Bauteile aus Holz. Die ältesten unter ihnen stammen möglicherweise aus der Gründungszeit des Fraumünsters im 9. Jahrhundert oder sind sogar älter. Über die Zürcher Geschichte in diesen Jahrhunderten ist bislang wenig bekannt – für die Entwicklung der mittelalterlichen Stadt wären neue Erkenntnisse somit von großer Bedeutung.

Tabea Rueß

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