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Wetterumstellung: Goldener Oktober - aber zu trocken

Seit April ist es in Deutschland zu warm und vor allem zu trocken. Der Oktober macht keine Anstalten, das zu ändern.
Karwendel im Herbst

Wärme und Trockenheit – sie wollen dieses Jahr doch noch nicht weichen: Eine Wetterumstellung sorgt dafür, dass Mitteleuropa bis zum Wochenende zunehmend in den Einflussbereich warmer Luftmassen gerät. Und nach einem kurzen Tiefdruckintermezzo am Sonntag könnte sich auch nächste Woche erneut goldenes Oktoberwetter einstellen. Was Sonnenanbeter freut, mindert jedoch die seit Monaten anhaltende Trockenheit hier zu Lande nicht; selbst der prognostizierte Regen am Sonntag mildert die Dürre kaum. Verantwortlich für das schöne Herbstwetter ist Hoch »Ulf«, das momentan über Deutschland liegt und in den nächsten Tagen weiter nach Osten rückt, so der »Deutsche Wetterdienst« (DWD). Gleichzeitig rückt von Westen eine Tiefdruckzone an Mitteleuropa heran. Beide zusammen sorgen dafür, dass warme Luftmassen aus Südwesten nach Deutschland herangeführt werden. Bis Samstag (6. Oktober) steigt das Thermometer daher in Teilen Süd- und Ostdeutschlands bis auf 25 Grad Celsius.

Am Samstagabend und Sonntag macht sich dann das Tief bemerkbar, aber die Regenmengen bleiben nach bisherigen Prognosen sehr bescheiden. Zudem macht sich ab der nächsten Woche ein neues Hochdruckgebiet bemerkbar, während sich auf dem Atlantik ein weiteres Tief platzieren kann – mit den gleichen Folgen wie diese Woche: Im Zusammenspiel führen Hoch und Tief erneut warme Luftmassen aus Südwesten heran. Wie der »Wetterkanal« allerdings zu bedenken gibt, ist es von der genauen Lage des Hochs abhängig, ob sich wirklich ein goldener Oktober einstellt. Denn läge Mitteleuropa genau im Zentrum des Hochs, könnte sich vielerorts wegen der austauscharmen Windbedingungen Nebel einstellen: Wir bekämen dann eine Inversionswetterlage, wo warme über kalten Luftmassen liegen – Sonne sähe man dann in den Bergen, während im Tiefland die Sicht getrübt wäre. Laut der mittelfristigen Vorhersage des ECMWF liegt Mitteleuropa jedoch eher am westlichen Rand des Hochs, so dass es genügend Durchmischung und folglich Sonnenschein geben sollte.

Diese Prognose des ECWMF sieht allerdings keine flächendeckende Minderung der seit Monaten anhaltenden Trockenheit in den meisten Landesteilen. Mit Ausnahme des Alpenraums und mancher Mittelgebirge liegt die Bodenfeuchte laut dem DWD großflächig deutlich unter dem Durchschnitt. Im Nordosten und im Rhein-Main-Gebiet erreicht die Bodenfeuchte nicht einmal ein Drittel des üblichen Werts. Zudem führen viele Flüsse weiterhin Niedrigwasser. Nur mehrtägiger Regen könnte dieses Defizit mittelfristig ausgleichen – doch dieser ist erst einmal nicht in Sicht.

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