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Kohlenstoffnanomaterial: Graphen grillen für die Gesundheit

Nanopartikel wie Graphen und ihre Zerfallsprodukte machen Umweltmediziner nervös: Schaden sie der Gesundheit? Ein Experiment am Grill liefert eine Teil-Entwarnung.
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Über mögliche Gesundheitsgefahren durch Graphen oder andere Nanomaterialien im menschlichen Körper wird mangels ausreichend handfester medizinischer Daten noch immer gestritten: Gerade aufgereinigtes Graphen etwa gilt als potenziell schädlich, weil es scharfkantig und extrem leicht ist und daher rasch als Graphenstaub eingeatmet werden kann. Das mag zu Gewebeschäden etwa der Lunge führen. Zwei Forscher aus Indien haben daher nun untersucht, wie groß die Gefahren außerhalb der Laborumgebung im natürlichen Umfeld des Menschen sind – etwa beim Grillen.

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Grillfleisch | In gegrilltem Fleisch finden sich alle möglichen Pyrolyseprodukte – auch Graphen und Graphenoxid.

Dabei konzentrierten sie sich auf das dem Graphen ähnliche, bei Oxidationsprozessen anfallende und natürlich vorkommende Graphenoxid. Es flockt unter bestimmten chemischen Umständen in monomolekulare Schichten aus Graphitoxid aus. Sabyasachi Sarkar und Manav Saxena kommen dabei zu dem Schluss, dass die hauchdünnen Graphenoxide der Natur des Menschen nicht schaden: Denn sie entstehen nahezu immer, wenn organische Materialien pyrolysiert, sprich gegrillt werden. In jedem über dem Feuer gerösteten Steak und vegetarischem Grillgut finden sich Schichten von Graphenoxid, belegen die Versuche der beiden Forscher. Zudem fanden sie Spuren von Graphenoxiden auch in Aktivkohlepillen gegen Verdauungsbeschwerden und ähnlichen Präparaten. Dem menschlichen Verdauungsapparat müssten Graphenoxide jedenfalls seit Jahrzehntausenden bekannt sein, schlussfolgern die Forscher. Verdauungsenzyme zerlegen sie teilweise in eine besser wasserlösliche Form, die im Körper besser transportiert wird: Diesen Formen und Prozessen, so die Forscher abschließend, sollte man unbedingt genau nachspüren, bevor eine Entwarnung möglich ist.

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