Direkt zum Inhalt

Griechenland: Griechische Opferstätte viel älter als Zeuskult

Tonscherben vom Zeusaltar auf der Spitze des Lykaion oder "Wolfsbergs" in Arkadien belegen kultische Aktivitäten bereits um 3000 v. Chr. – rund tausend Jahre bevor der oberste Gott der Griechen erste kulturelle Spuren hinterließ. Weitere Funde zeigen, dass der Ort mehrere Jahrhunderte als religiöse Stätte diente, und offenbaren eine frühe Verbindung zur minoischen Kultur.

Den etwa 1400 Meter hohen Berg auf der Peloponnes rühmten Literaten wie Pausanias schon im Altertum als Kultstätte, wo zu Ehren Zeus' Brandopfer dargebracht wurden. Aus dem Aschealtar, einer Erdaufschüttung mit aufgehäuften Resten der Opfergaben, grub nun ein griechisch-amerikanisches Forscherteam um David Romano und Michalis Petropoulos bis zu 5000 Jahre alte Tonscherben aus. Weitere Fundobjekte wie Miniaturvasen, Ringe, Eisenklingen und -spieße sowie Silbermünzen datieren bis 200 v. Chr. Hinweise auf die in der klassischen Literatur erwähnten Menschenopfer fanden sich bislang nicht – sämtliche Knochenfunde sind tierischer Herkunft.

Durch weitere Grabungen wollen die Wissenschaftler klären, wie der Altar ursprünglich genutzt wurde, wie der Zeuskult also entstand. Mythologische Schriften nennen als Geburtsstätte des Zeus neben der Insel Kreta eben das Lykaion. Der dortige Fund eines Siegels mit einem frontal abgebildeten Stier aus der Spätminoik (wahrscheinlich 1500 bis 1400 v. Chr.) zeigt eine frühe Verbindung beider Kulturen. 

Markus Pohlmann/spektrumdirekt

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Partnervideos