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H1N1: Grippegefahr für mittelalte Immunsysteme

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Die Schweinegrippe forderte bei ihrem Ausbruch zahlreiche Tote, besonders schwer traf es aber Menschen mittleren Alters. Dies ist überraschend, da Grippeviren normalerweise eher Menschen mit schwachem Immunsystem wie kleine Kinder und ältere Menschen gefährden. Wissenschaftler um Fernando Polack von der Vanderbilt University fanden eine Ursache im Immunsystem der Betroffenen.

Verantwortlich sind möglicherweise Antikörper, die von früheren Infektionen bei saisonalen Grippewellen übrig blieben, so die Forscher. Diese binden zwar auch an das H1N1-Virus, den Erreger der Schweinegrippe von 2009, neutralisieren es jedoch nicht und versagen bei der Immunabwehr. Virusantigene und Antikörper bilden dann Komplexe, die so genannte Immunkomplexkrankheiten verursachen können, wenn sie nicht entfernt werden. Sie könnten auch zu den beobachteten schweren Verläufen der Schweinegrippe bei Menschen mittleren Alters geführt haben.

Ältere Menschen waren besser geschützt, obwohl auch sie vermutlich Antikörper gegen alte saisonale Grippeviren besaßen. Aber zusätzlich kamen sie schon mit einem H1N1-Virus in Kontakt, das vor 1957 zirkulierte. Dieses sorgte dafür, dass die älteren Menschen neutralisierende Antikörper gegen das H1N1-Virus aufwiesen, die die Bekämpfung des Virus durch das Immunsystem unterstützten. Kleine Kinder hatten hingegen häufig noch keinen Kontakt zu saisonalen Grippeviren und besaßen somit auch keine potenziell gefährlichen Antikörper. (fb)
49. KW 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 49. KW 2010

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