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Himmelsbeobachtung: Größtes Radioteleskop der Welt geht in Betrieb

Astronomen und Ingenieure haben das erste hochwertige Bild mit einer Lofar-Station aufgenommen. Die Daten wurden von 96 Radioantennen im Nordosten der Niederlande aufgenommen und an der Reichsuniversität Groningen ausgewertet.

Lofar wird nach seiner Fertigstellung das größte Radioteleskop der Welt sein. Sein Name steht für "Low Frequency Array", auf Deutsch "Niederfrequenz-Anordnung". Das Teleskop befindet sich derzeit im Bau, die niederländische Stiftung Astron hat die Oberhoheit inne.

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Erstes Lofar-Bild | Das erste qualitativ hochwertige Bild von Lofar. Es zeigt die Radiostrahlung (30 bis 80 Megahertz) aus der Region um die Sternbilder Kassiopeia und Schwan. Die Bilddaten wurden über einen Zeitraum von 29 Stunden aufgenommen. Die hellste Radioquelle, der Supernovaüberrest Cassiopeia-A, wurde abgeblendet; zu sehen sind zahlreiche weitere Objekte, das hellste, das zu sehen ist, ist die Radiogalaxie Cygnus-A.
Nach seiner Vollendung wird Lofar aus 15 000 kleinen Antennen bestehen, die sich über den Nordosten der Niederlande und über Teile Deutschlands verteilen – ein Gebiet von etwa hundert Kilometer Durchmesser. Die Anlage wird die niedrigsten Radiofrequenzen aus dem All aufnehmen, die von der Erde aus messbar sind: zwischen 10 und 240 Megahertz. Eventuell soll das Teleskop später durch zusätzliche Antennen in ganz Europa erweitert werden. Derzeit wird die erste Antennenstation außerhalb der Niederlande montiert: in Effelsberg bei Bonn nämlich, in direkter Nachbarschaft zur dortigen 100-Meter-Parabolantenne des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR).

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Lofar-Station in Drenthe | Insgesamt 96 solcher Antennen wurden in den Feldern in der Nähe der niederländischen Ortschaft Exloo postiert. Die weiße Hütte beherbergt die Empfänger und die Elektronik, die eine Vorverarbeitung der Signale vornimmt.
Mit Hilfe von Lofar wollen die Astronomen untersuchen, wie der kosmische neutrale Wasserstoff in der Phase der Reionisation verteilt war. Damals entstanden die ersten Galaxien und spalteten mit ihrer Strahlung neutrale Wasserstoffmoleküle in Ionen auf. Dies läutete das Ende der Dunklen Ära ein, in der das Weltall hauptsächlich von neutralem Wasserstoffgas erfüllt war, das sich noch nicht zu Sternen verdichtet hatte.

Außerdem wollen die Wissenschaftler das Radioteleskop dazu heranziehen, ferne Radiogalaxien, veränderliche Radioquellen und die Erscheinungen der kosmischen Teilchenstrahlung zu untersuchen. Darüber hinaus werden mit dem Teleskop auch geophysikalische und landwirtschaftliche Messungen möglich sein. (fs)
28.04.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 28.04.2007

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