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Kindesentwicklung: Groß gleich mächtig

Bei Streitfällen gewinnt meist der Größere - das verstehen schon Babys.
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Wenn es hart auf hart kommt, haben die Großen meist die Nase vorn – das scheinen Menschen schon vor dem ersten Geburtstag zu begreifen. Laut Wissenschaftlern um Lotte Thomsen von der Harvard University in Cambridge (US-Bundesstaat Massachusetts) ahnen Kinder etwa ab dem Alter von zehn Monaten, dass besonders stattliche Figuren in Konflikten eher überlegen sind.

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Kleinkind beim Experiment | Ein Baby sieht einen kurzen Film, auf dem zwei Rechtecke aufeinander zu marschieren.
Vergleichen Sie hierzu auch das Video unter "Medien"!
Die Forscher zeigten 48 Babys, die zwischen acht und zwölf Monate alt waren, kurze Filmsequenzen: Darin bewegten sich unterschiedlich große Rechtecke mit Gesichtern aufeinander zu. Beim Zusammentreffen neigte sich mal die große, mal die kleine Figur nach vorne, fiel um und verschwand schließlich ganz. Das andere Rechteck setzte danach einfach seinen Weg fort.

Thomsen und ihre Kollegen interessierten sich dafür, wie lange die Kleinen den Bildschirm betrachteten, nachdem die Sequenz zu Ende war. Der Grund: Je länger Kinder in diesem Alter den Monitor anstarren, desto mehr überraschte sie wohl das zuvor Gesehene. Die zehn Monate alten Probanden taten das freilich nur, nachdem sie gesehen hatten, wie die größere Figur der kleineren ausgewichen war. Im umgekehrten Fall blieb ihr Blick dagegen nicht länger am Bildschirm haften. Demnach scheinen die Kinder schon in diesem Alter zu wissen, dass große Menschen bei Konflikten überlegen sind.

Für jüngere Babys machten die beiden Versionen des Films noch keinen Unterschied – ihr Verständnis für soziale Hierarchien ist offenbar noch nicht weit genug entwickelt, so die Forscher. (bw)

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  • Quellen
Science 331, S. 477–480, 2011

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