Direkt zum Inhalt

Materialwissenschaften: Großflächige, biegsame und durchsichtige Elektroden

Flexible Elektrode
Bislang ist Silizium das Material der Wahl für die meisten Produkte der Halbleiterindustrie, doch nun erwächst ihm vielleicht bald Konkurrenz durch einen erst vor wenigen Jahren entdeckten Stoff: Graphen. Es besteht aus einer einzelnen Schicht wabenartig angeordneter Kohlenstoffatome. Innerhalb der Flächen ist es außerordentlich steif und rissfest, nach vorne und hinten lässt es sich dagegen leicht biegen. Überdies zeichnet sich das neuartige Material durch außergewöhnliche elektrische Eigenschaften aus.

Glasklarer Schaltkreis | Eine durchsichtige Silikon-Folie mit aufgebrachtem Graphenmuster bildet einen transparenten Elektronikbaustein, der sich elastisch verbiegen lässt.
Da die einzelnen Kohlenstoffschichten bisher mühselig vom Graphit abgespalten wurden, lag die Ausdehnung der Plättchen allerdings nur im Mikrometerbereich. Mittels chemischer Gasphasenabscheidung ist Byung Hee Hong von der Sungkyunkwan University in Korea zusammen mit Kollegen bei den Abmessungen nun ein gewaltiger Sprung gelungen: Die Forscher erzeugten bis zu vier Quadratzentimeter große Graphenfilme.

Dazu leiteten sie eine gasförmige Mischung von Kohlenwasserstoffen über eine erhitzte Nickelfolie. Auf ihr schieden sich einzelne Kohlenstoffatome ab und vereinigten sich zur wabenartigen Graphen-Struktur. Durch rasches Abkühlen erhielten Hong und seine Kollegen schließlich einen ultradünnen, flexiblen und transparenten Film, von dem sich das Nickel leicht wegätzen ließ. Auf andere Trägermaterialien übertragen, könnten solche Filme nach Meinung der Forscher als Elektroden für Solarzellen oder Displays dienen.

Sandra Czaja

Schreiben Sie uns!

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Partnerinhalte