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Ornithologie: "Grüne Welle" erklärt Routen vieler Zugvögel

Mehr Vogelarten als bisher angenommen orientieren sich mit ihren Zugrouten am Pflanzenwachstum.
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Viele Zugvögel nehmen nicht immer den direkten Weg, wenn sie zwischen Sommer- und Winterdomizil wechseln. Stattdessen fliegen sie ab und an Schleifen, wodurch sich ihre Zugrouten im Frühjahr und im Herbst oft deutlich voneinander unterscheiden. Warum die Tiere diese Umwege in Kauf nehmen, konnten Wissenschaftler bisher bei vielen Arten nicht abschließend klären. Einen neuen Erklärungsansatz liefern nun Forscher von der Cornell University. Sie entdeckten, dass viele Arten, die im Norden Amerikas beheimatet sind, im Frühjahr dem Pflanzenwachstum folgen. So haben sie unterwegs immer frische Nahrung zur Verfügung. Forscher sprechen in diesem Zusammenhang auch von einer "grünen Welle". Im Herbst schlagen die Vögel dagegen eher den direkten Weg nach Süden ein und machen seltener weite Abstecher für Futter.

Das Team um Frank La Sorte untersuchte die Routen von 26 Spezies, die im Westen Amerikas beheimatet sind, und 31 Spezies, die auf der östlichen Seite des Kontinents leben. Sie alle zeigten dabei eine strake Tendenz, sich im Frühling an der Vegetation zu orientieren. Dass diese bei einigen Vogelarten die Flugwege bestimmt, war dabei schon länger bekannt. La Sorte und sein Team wiesen dieses Phänomen aber nun erstmals im großen Stil nach. Zudem konzentrierten sie sich vor allem auf solche Spezies, die sich von Insekten ernähren und somit meistens zu klein sind, um sie mit Tracking-Geräten zuverlässig zu überwachen. Die Forscher stützten ihre Untersuchung daher hauptsächlich auf Unmengen an Sichtungsdaten aus dem Internet.

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