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Weichrobotik: Gummi-Roboter springt mit Explosionsantrieb

Rosa, weich und explosiv: Ein dreibeiniger Roboter aus Gummi nutzt die Kraft eines internen Sprengstoffs zur Fortbewegung.
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Er erinnert unter anderem an ein Bündel aus drei Fleischwürsten, ist im Unterschied zu diesen jedoch mit einer internen Sprengvorrichtung ausgestattet. Dank einer explosiven Gasmischung aus Butan und Sauerstoff kann sich dieser Roboter aus Harvard auf Kommando in die Luft katapultieren. Damit der Sprung nicht im Nirgendwo endet, bringt sich das Gerät mittels seiner drei Beine in eine geeignete Absprungposition.

© Michael T. Tolley, Robert F. Shepherd, Michael Karpelson, Nicholas W. Bartlett, Kevin C. Galloway, Michael Wehner, Rui Nunes, George M. Whitesides, and Robert J. Wood, Harvard University
Sprengen zum Springen

Entwickelt hat diesen Prototyp ein Team um Harvard-Forscher George Whitesides. Aus dessen Roboterschmiede stammt auch ein weiterer, ebenfalls per Pneumatik bewegter Weichroboter, über den wir vergangene Woche berichteten. Nach Meinung der Entwickler hat diese Bauart den Vorteil, nicht so leicht kaputtzugehen und womöglich auch durch enge Ritzen und Spalten zu passen. Freilich befinden sich beide Maschinen noch in einem sehr frühen Versuchsstadium – aber immerhin gelang es den Forschern bereits, alle erforderlichen Steuerungskomponenten im Innern des Roboters unterzubringen. Das ist eine der grundlegendsten Voraussetzungen für eine autonome Maschine.

Der "Sprengaktuator", der den Roboter in die Luft springen lässt, umfasst eine Butangas-Kartusche und eine Vorrichtung, um aus Mangan und Wasserstoffperoxid Sauerstoff herzustellen. Das entzündliche Gemisch wird dann über einen Funken zur Explosion gebracht. Genügend Stoff für mindestens 80 Sprünge habe das Gerät an Bord, so "Spectrum IEEE". Das Technologiemagazin berichtete über den Roboter, den die Wissenschaftler jetzt bei der Robotermesse IROS 2014 in Chicago vorstellten.

Chemische Treibstoffe seien in puncto Energiedichte den meisten anderen Energieträgern überlegen, das gelte auch für den Sprengmechanismus. "Es ist eine sehr effiziente Art, Energie mit sich herumzutragen", erklärte Michael Tolley vom Harvard Microrobotics Laboratory dem Magazin.

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