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Observatorien: Gute Nachrichten für ESO-Teleskope in Chile

Ein in unmittelbarer Nähe zu den Riesenteleskopen der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile geplanter Wind- und Solarpark wird nicht gebaut. Er hätte die Beobachtungsbedingungen in der Atacama-Wüste dramatisch verschlechtert, die zu den besten der Welt gehören.
Ein großes Observatorium mit einer Kuppel und Baukränen steht in einer Wüstenlandschaft unter einem klaren Nachthimmel. Die Milchstraße ist deutlich sichtbar, und ein heller Meteor zieht eine Linie am Himmel. Im Hintergrund sind Berge und Lichter einer entfernten Siedlung zu sehen. Die Szene vermittelt eine ruhige, aber beeindruckende Atmosphäre der Astronomie und Technik.
Standort gerettet: Das im Bau befindliche Riesenteleskop ELT der Europäischen Südsternwarte ESO wird nicht durch einen Wind- und Solarpark in unmittelbarer Nähe entwertet werden, das Projekt wurde aufgegeben.

Diese Nachricht dürfte für Aufatmen in der weltweiten Astronomengemeinde sorgen: Der Wind- und Solarpark mit der Bezeichnung INNA in der chilenischen Atacama-Wüste wird nicht gebaut, wie die Betreiberfirma AES Andes am 23. Januar 2026 offiziell mitteilte. Er wäre nur fünf bis zehn Kilometer südlich der wichtigen Standorte Cerro Paranal und Cerro Armazones errichtet worden und hätte die dortige Beobachtungsqualität, die zu den besten der Welt gehört, drastisch vermindert.

Auf dem Cerro Paranal befindet sich das Very Large Telescope (VLT) der ESO, das aus vier 8,2-Meter-Spiegelteleskopen besteht und eines der wichtigsten Instrumente der professionellen Astronomie ist. Auf dem benachbarten Cerro Armazones errichtet die ESO derzeit das Extremely Large Telescope (ELT) mit einem Hauptspiegeldurchmesser von 39 Metern. Nach seiner Fertigstellung Anfang der 2030er-Jahre wird es das größte optische Teleskop der Welt sein. 

Der geplante Windpark hätte heftige Turbulenzen erzeugt, welche die im Allgemeinen sehr ruhige Luft über den beiden Bergen verwirbelt hätten. Windräder erzeugen zudem stets Vibrationen, die sich auf den Boden übertragen und die Teleskope deutlich beeinträchtigen könnten. Auch die Beleuchtung der Windräder durch Positionslichter, hätte sich über dem äußerst dunklen Himmel der Atacama störend ausgewirkt. Und sogar Solaranlagen würden ebenfalls Turbulenzen erzeugen, da sie sich tagsüber im Sonnenlicht aufheizen und in der Nacht ihre Wärme in die Umgebung abgeben.

Mit den Windrädern und den Solarzellen sollte eine Elektrolyse-Anlage betrieben werden, die Wasserstoff herstellt – solche Anlagen sind ebenfalls immer beleuchtet. Die Firma AES Andes hat nun erklärt, dass sie das Projekt aufgibt und sich auf die Produktion von elektrischer Energie an anderen Standorten in Chile beschränken wird.

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