Direkt zum Inhalt

News: Gute Zeiten für Kunden

Das Internet und andere elektronische Marktplätze können infolge eines stark zunehmenden Preiskampfes geschäftsschädigend sein. Dies geht aus einer Studie hervor, die in diesem Monat in einer Zeitschrift des Institute for Operations Research and the Management Sciences (INFORMS) veröffentlicht wurde. Der Preiskrieg zwischen den Verkäufern wird jedoch dem Käufer zugute kommen: Er bezahlt weniger beim elektronischen Einkauf.
Elektronische Markplätze – hierzu zählen zum Beispiel die Internet-Suchmaschinen, elektronische Schaufenster und Reservierungssysteme der Fluggesellschaften – werden auf lange Sicht die Käufer gegenüber den Verkäufern bevorteilen. Dieser Meinung ist Dr. Yannis Bakos, Professor an der Graduate School of Management, University of California, Irvine und der Stern School of Business, New York University. In dem Maße, wie durch die digitale Hochgeschwindigkeitstelekommunikation und das Internet Hunderttausende von Geschäften und Millionen Einzelkonsumenten auf elektronische Märkte zugreifen können, verbilligt sich die Informationsbeschaffung über Verkaufspreise und Produktangebote. Gleichzeitig hindern diese Systeme dadurch den Verkäufer daran, die Unkenntnis der Kunden zu nutzten und hohe Preise zu berechnen. Die Verkäufer sehen sich ferner einem verschärften Wettbewerb der einzelnen Unternehmen um den potentiellen Kunden ausgesetzt.

Professor Bakos zufolge hilft die Informationstechnologie bei der Schaffung effizienter elektronischer Märkte, wie online-Auktionen oder elektronischer Arbeitsvermittlung. Damit fördert sie den „reibungslosen Kapitalismus“, für den viele Experten eintreten. Da der Käufer billiger suchen kann, verursachen die elektronischen Märkte anspruchsvollere Konsumenten. Diese geben sich, so Professor Bakos, bei den gewünschten Produktmerkmalen immer weniger mit Kompromissen zufrieden.

Langfristig wird durch die elektronischen Märkte der Käufer gegenüber dem Verkäufer sicher besser dastehen. Letztere können dieser Bedrohung trotzdem, so Professor Bakos, mit den richtig gewählten Strategien entgegenwirken. Insbesondere sollten sie Systeme einführen, die vor allem Produkteigenschaften, und nicht so sehr Preise vergleichen. Ferner sollten sie ihre Waren unterscheidbar gestalten. Professor Bakos Schlußfolgerungen erscheinen im Artikel „Reducing Buyer Searcher Costs: Implications for Electronic Marketplaces“ in der Januar-Ausgabe von Management Science, einer Publikation von INFORMS.

Schreiben Sie uns!

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Zuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmende sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Zuschriften können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Partnerinhalte