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Anthropologie

Gutes Orientierungsvermögen verschaffte Männern Fortpflanzungsvorteil

Wer über eine gute Raumvorstellung und Orientierung verfügte, der kam in grauer Vorzeit möglicherweise weiter herum – und damit auch bei Frauen öfter zum Zuge.
Orientierungslos

Wer als Mann über ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen und eine gute Orientierung verfügt, der findet sich im Zweifelsfall nicht nur in einer unbekannten Stadt besser zurecht, sondern könnte in grauer Vorzeit auch bei der Partnersuche im Vorteil gewesen sein. Darauf deutet eine Studie von Forschern der University of Utah hin. Die Wissenschaftler untersuchten die Raumvorstellung und das Orientierungsvermögen von Mitgliedern zweier Stämme im Nordwesten Namibias, die nach wie vor als Jäger und Sammler leben und über das Jahr hinweg oft viele Kilometer weit reisen. Dabei schnitten Männer in beiden Kategorien deutlich besser ab als Frauen.

Bei den Männer untereinander zeigten sich ebenfalls Unterschiede: Bei wem Raumvorstellung und Orientierung besser ausgeprägt waren, der kam im Laufe seines Lebens auch mehr in der Gegend herum und legte größere Strecken zurück. Vor allem aber hatten jene Männer auch mehr Kinder mit unterschiedlichen Frauen – eine Praxis, die im Gegensatz zur modernen westlichen Gesellschaft bei den Jägern und Sammlern in Namibia nicht verpönt ist.

Die Forscher schlussfolgern daraus, dass sich einst auch in anderen Kulturen ein gutes Navi im Kopf für den Fortpflanzungserfolg ausgezahlt haben könnte. Denn wer weiter reist, der hat eben größere Chancen, auf neue potenzielle Partner zu treffen. Das könnte ein Grund sein, warum viele Studien zeigen, dass Männer ganz allgemein über eine bessere räumliche Vorstellungskraft verfügen als Frauen, glauben die Forscher. Für Männer war der evolutionäre Ansporn möglicherweise einfach größer.

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