Direkt zum Inhalt

Himmelsschauspiel: Gutes Wetter bei Sonnenfinsternis und Sternschnuppen

Klare Sicht auf das Himmelsereignis: In Deutschland erwartet der Wetterdienst einen meist wolkenfreien Himmel zur Sonnenfinsternis und zu den Perseiden.
Eine totale Sonnenfinsternis, bei der der Mond die Sonne vollständig verdeckt. Die Sonnenkorona ist als leuchtender Ring um den Mond sichtbar, mit strahlenförmigen Lichtmustern, die sich in den dunklen Himmel erstrecken. Links im Bild ist ein kleiner Lichtpunkt zu sehen, möglicherweise ein Stern oder Planet.
Das Wetter wird am 12. August mitspielen: In Nordspanien und auf den Balearen werden die Menschen einen ungetrübten Blick auf die totale Sonnenfinsternis genießen können. In Deutschland wird die Sonne partiell verfinstert und als schmale Sichel über dem Nordwesthorizont zu sehen sein.

Bei der Sonnenfinsternis am Mittwochabend spielt in Deutschland das Wetter mit. Es gebe weiterhin Hochdruckeinfluss, sagt Nils Damke, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD). In Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen werden dann demnach zwar höhere Wolkenfelder aufziehen. Bei der Sonnenfinsternis stören diese laut Damke aber wahrscheinlich nicht. Der Rest von Deutschland habe einen klaren Himmel. 

Weitgehend freie Sicht gibt es auch auf den in der Nacht folgenden Sternschnuppenstrom der Perseiden – die dann ihr Maximum haben. Während im äußersten Norden laut Damke Wolken den Blick auf die Sternschnuppen versperren können, ist der Himmel im Rest von Deutschland frei von Wolken.

Der Strom ist von 23:00 Uhr bis 4:00 Uhr MESZ am besten zu beobachten. In diesem Jahr stört auch kein Mondlicht, denn es ist Neumond, wie bei jeder Sonnenfinsternis. 

Am Abend – je nach Ort in Deutschland – ab etwa 19:15 Uhr MESZ schiebt sich der Mond vor die Sonne und sorgt für eine partielle Sonnenfinsternis. Dabei werden rund 85 bis 90 Prozent der Sonne bedeckt. Das Maximum wird zwischen etwa 20:00 Uhr und 20:15 Uhr MESZ erwartet. Das Schauspiel endet mit Sonnenuntergang, je nach Ort gegen 20:30 bis 21:00 Uhr MESZ. Da die Sonne sehr tief steht, benötigt man einen freien Blick nach Westen bis Nordwesten, am besten auf einer Anhöhe.

Leichte Bewölkung ist nicht so schlimm

Weitgehend gutes Wetter ist auch zur totalen Sonnenfinsternis in Spanien vorhergesagt, die einen Streifen des Landes gegen 20:30 Uhr MESZ verdunkeln wird. Nach der Prognose des Wetterdienstes Aemet wird es in weiten Teilen des Landes überwiegend klar oder nur gering bewölkt sein. Auch auf Mallorca und den anderen Balearen, wo die Finsternis ebenfalls total zu sehen sein wird, sind die Wetteraussichten gut. In Teilen Nord- und Ostspaniens werden jedoch Wolken erwartet. 

Eine leichte Bewölkung sei bei einer partiellen Sonnenfinsternis nicht so schlimm, sagt der Sonnenexperte der europäischen Raumfahrtbehörde ESA, Daniel Müller, der Deutschen Presse-Agentur. »Also, wenn es so leichte Schleierwolken sind, macht das eigentlich keinen großen Unterschied. Da sieht man dann eben auch durch eine Sonnenfinsternisbrille immer noch die teilweise verfinsterte Sonne.« Diese sei das A und O bei einer Sonnenfinsternis und zwingend nötig. 

Bei sehr dunklen Wolken würde man nichts sehen. »Aber auch dann dauert die partielle Sonnenfinsternis sehr viel länger als die totale. Da hat man auch gute Chancen, dass sich am selben Ort irgendwie die Bewölkung verändert. Also wahrscheinlich genauso gute Chancen, wie wenn man dann noch mit dem Auto irgendwo anders hinfahren würde.«

Bei einer Sonnenfinsternis stehen Sonne, Mond und Erde exakt auf einer Linie. »Das heißt, der Mond schiebt sich zwischen uns auf der Erde und die Sonne und wirft dabei seinen Schatten auf die Erde«, erklärt Sonnenexperte Müller. Die bislang letzte totale Sonnenfinsternis, die das europäische Festland traf, war 1999 auch in Teilen Süddeutschlands und Österreichs zu sehen. 

Kernschatten ist rasend schnell

Diesmal verläuft die totale Phase von Nordsibirien über die Arktis an Grönland und Island entlang und durchquert Spanien. »Der Kernschatten des Mondes rast dabei sehr schnell«, sagt Müller. Er brauche daher nur ungefähr anderthalb Stunden über diesen gesamten Pfad auf der Erdkugel. »Aber an einem einzelnen Ort ist diese Totalität relativ kurz bei dieser Sonnenfinsternis, so zwischen anderthalb Minuten auf Mallorca und maximal etwas über zwei Minuten westlich von Island.«

Dabei sei eine Sonnenfinsternisbrille zwingend nötig. »Man sollte nicht denken, dass man mit normalen Sonnenbrillen in die Sonne gucken sollte, auch nicht mit irgendwie selbst gemachten Filtern wie alten Röntgenbildern oder Rettungsdecken«, sagt Müller. 

Er schlägt vor, eine kleine Lochkamera zu bauen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt im Internet eine Video-Anleitung dazu, wie man aus einer röhrenförmigen Chipsbox eine Lochkamera baut. Zudem bieten zahlreiche Planetarien und Sternwarten am Mittwochabend zur Langen Nacht der Astronomie Beobachtungen der Sonnenfinsternis an. 

Bei einer Sonnenfinsternis könne man »kurz vor der Totalität oder sicher auch bei 88 oder 90 Prozent partieller Sonnenfinsternis teilweise sehen, dass einfach die Lichtquelle Sonne sehr viel kleiner geworden ist«, sagt Müller. »Und das sieht man daran, dass zum Beispiel Schatten auf einmal viel schärfer aussehen, viel mehr wie Scherenschnitte, weil eben auch die große Lichtquelle Sonne auf einmal zusammengeschrumpft ist zu einer kleinen Sichel.«

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.