Direkt zum Inhalt

H5N1: Massenimpfungen sollen Pinguine vor Vogelgrippe schützen

Lange blieb Australien von der Vogelgrippe verschont, doch inzwischen häufen sich Meldungen zum Massensterben von Seevögeln durch H5N1. Nun sollen Impfungen helfen.
Eine Gruppe von sieben kleinen Pinguinen steht auf sandigem Boden, umgeben von grüner Vegetation. Die Pinguine sind aufrecht und scheinen aufmerksam in eine Richtung zu blicken. Einer der Pinguine hat den Schnabel geöffnet, als ob er ruft. Im Vordergrund sind unscharfe Felsen zu sehen. Die Szene vermittelt einen natürlichen Lebensraum.
Zwergpinguine sind eine bedrohte Art und gefährdet durch die Vogelgrippe.

Nachdem das H5N1-Virus in den letzten Jahren bereits in Europa, Amerika oder Asien millionenfach Vögel und Meeressäuger getötet hat, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Vogelgrippe auch Australien als letzten Kontinent erreicht und dort die Tierwelt heimsucht. Im Juni 2026 wiesen Wissenschaftler den Erreger erstmals in Westaustralien nach – und es mehren sich die Meldungen, dass es zu Massensterben kommt, wie der »Guardian« berichtet. Allein in Südaustralien habe es inzwischen mindestens drei Massensterbeereignisse gegeben, bei denen mutmaßlich durch H5N1 insgesamt 1000 tote Eilseeschwalben (Thalasseus bergii) gezählt wurden.

Bestätigt sich der Verdacht, wären es die bislang größten Seuchenausbrüche durch die Vogelgrippe in Australien: Eilseeschwalben gehören zu den häufigsten Seevogelarten des Kontinents, und Seeschwalben gehörten bereits in Europa zu den stark durch die Krankheit betroffenen Vogelfamilien. Unter anderem an den Nordseeküsten verendeten dadurch Tausende der Tiere. Parallel dazu untersucht die tasmanische Regierung den Tod von 28 Zwergpinguinen (Eudyptula minor), die auf King Island in der Bass-Straße gefunden wurden.

In einer weiteren Brutkolonie der Pinguine auf Phillip Island starb bereits eines der Tiere an der Vogelgrippe, weswegen der australische Bundesstaat Victoria eine Massenimpfung plant: Mindestens 5000 Zwergpinguine auf Phillip Island und St. Kilda sollen gegen das Virus geimpft werden. Es wäre das größte Impfprogramm gegen die Seuche, das bislang an Wildtieren durchgeführt wurde. Insgesamt leben in den Kolonien hier rund 40 000 Tiere; die Impfungen sollen die potenzielle Ausbreitung der Krankheit zumindest verlangsamen. Derartige Schutzkampagnen sind kompliziert, weil mindestens zwei Impfdosen verabreicht werden müssen. Da die Pinguine jedoch nicht fliegen können und treu ihre Bruthöhlen aufsuchen, könnte dieses Vorhaben gelingen.

Weitere Vögel von bedrohten Arten in australischen Zoos sollen ebenfalls geimpft werden. Und Neuseeland plant dies für die vom Aussterben bedrohten Kakapos (Strigops habroptilus) und Takahes (Porphyrio hochstetteri), um sie vor der Vogelgrippe zu schützen. Zuvor wurden unter anderem Kalifornische Kondore (Gymnogyps californianus) mit dem Impfstoff versehen. Die Seuche gilt inzwischen global als hohes Risiko für das Überleben vieler bedrohter Vogelarten. Zudem raffte sie in Amerika und in der Antarktis Zehntausende Robben dahin; in manchen Regionen und Jahren überlebten keine Jungtiere die Erkrankung. Sie sprang zudem auf landlebende Raubtiere wie Eisbären über.

Schreiben Sie uns!

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte

Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalität von Spektrum.de zu erhalten.