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Vogelgrippe: H5N1-Virus erstmals auf Australiens Festland

Lange blieb Down Under von der H5N1-Vogelgrippe verschont. Nun hat sich die hochansteckende Virusvariante, der weltweit bereits Millionen von »Nutz«- und Wildtieren zum Opfer gefallen sind, endgültig auf alle Kontinente der Erde ausgebreitet.
Eine detaillierte Illustration eines Viruspartikels, das in einer Umgebung schwebt. Die kugelförmige Struktur zeigt eine komplexe Oberfläche mit stachelartigen Proteinen, die aus der Membran herausragen. Der Hintergrund ist in warmen Gelbtönen gehalten und vermittelt ein Gefühl von Bewegung und Tiefe. Die Darstellung betont die Struktur und die charakteristischen Merkmale des Virus.
Das Virus Influenza A/H5N1 ist ein behülltes RNA-Virus aus der Familie der Orthomyxoviridae.

Der derzeit kursierende H5-Stamm der aviären Influenza ist erstmals auf australischem Festland nachgewiesen worden. Damit hat das hochansteckende Influenza-A-Virus H5N1 auch den letzten noch nicht betroffenen Kontinent erreicht. Tests bestätigten den Fall bei einer Subantarktikskua (Stercorarius antarcticus) oder Braunen Skua, die zu den Raubmöwen gehört.

Der Vogel wurde laut australischen Medien vor einigen Tagen an einem Strand im Cape-Le-Grand-Nationalpark im Bundesstaat Western Australia entdeckt. Der Fundort liegt etwa 700 Kilometer südöstlich von Perth. Das Tier sei zunächst isoliert worden und kurz darauf gestorben. Zudem werde ein Verdachtsfall geprüft, nachdem in der Region ein kranker Riesensturmvogel gefunden worden sei, teilte Australiens Regierung mit. Es handelt sich in beiden Fällen um ziehende Meeresvogelarten, die gelegentlich nach Australien kommen.

Experten warnen vor Ausbrüchen in Wildtierpopulationen

Die Vogelgrippe wird durch verschiedene Grippeviren übertragen – derzeit durch das Influenzavirus A (H5N1). Australien hatte bereits zuvor mit hochpathogener Vogel-Influenza zu tun, doch bei den Ausbrüchen in der Geflügelhaltung handelte es sich stets um H7-Viren, die eingedämmt werden konnten. Bei H5N1 ist die Situation anders: Es befällt zwar vor allem Vögel, wurde aber auch schon bei mehreren Säugetieren nachgewiesen. Noch ist unklar, welche Auswirkungen das Virus auf die einzigartige Tierwelt Australiens haben wird. Expertinnen und Experten warnen in australischen Medien vor Ausbrüchen in Wildtierpopulationen.

»Leider hat das Auftreten dieses Virus überall zu verheerenden Folgen geführt, mit Massensterben bei Wildtieren, und an einigen Orten haben wir sogar einen Rückgang der Populationen auf Artenebene beobachtet«, sagte Michelle Wille vom WHO Collaborating Centre for Reference and Research on Influenza an der University of Melbourne gegenüber dem Australischen Science Media Center. Anlass zur Sorge gibt der Nachweis von H5N1 vor einigen Monaten auf Heard Island – die Insel gehört zu australischem Territorium und befindet sich im südlichen Indischen Ozean. Hier dokumentierten Wissenschaftler zuletzt eine außergewöhnlich hohe Sterblichkeit bei See-Elefanten und Königspinguinen.

Landwirtschaftsministerin Julie Collins gab aber zunächst Entwarnung für das Festland: »Ich kann bestätigen, dass es derzeit noch keine Anzeichen für ein Massensterben gibt und auch keine Anzeichen für eine Infektion bei Geflügel vorliegen.« Ricardo Soares Magalhães von der Queensland Alliance for One Health Sciences gab sich vorsichtig optimistisch, da es sich bei der gefundenen infizierten Braunen Skua um eine subantarktische Art handelt. Dies deute auf einen südlichen Einwanderungsweg hin, was im Hinblick auf die Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung eine gute Nachricht sei. Molekulare Analysen des Virus müssten den Übertragungsweg noch bestätigen.

Die Behörden seien vorbereitet und arbeiteten an der Umsetzung geeigneter Maßnahmen, sagte Australiens oberste Veterinärbeamtin Beth Cookson. Für die Bevölkerung selbst besteht ein geringes Gesundheitsrisiko. »Das H5N1-Virus der Klade 2.3.4.4b ist nach wie vor ein Vogelvirus und verbreitet sich nicht leicht von Mensch zu Mensch, doch in den letzten sechs Jahren hat es einige Mutationen entwickelt, die auf eine Anpassung an den Menschen hindeuten«, gibt Influenza-Expertin Raina MacIntyre vom Kirby Institute an der University of New South Wales zu bedenken. Australische Fachleute und Behörden bitten die Bevölkerung darum, Kontakt mit kranken oder toten Vögeln zu meiden – und jeden Verdacht zu melden.

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