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Galapagoshaie: Haie reiben sich an Mantarochen, um ihren Juckreiz zu lindern

Wenn kein Putzerfisch verfügbar ist, muss der Rochen herhalten: Galapagoshaie nutzen Mantarochen als kreative Kratzhilfe, um Parasiten loszuwerden. Die lassen sich das allerdings nicht immer gefallen.
Ein großer Mantarochen schwimmt majestätisch im blauen Ozean, beleuchtet von Sonnenlicht, das durch die Wasseroberfläche dringt. Umgeben von kleinen Fischen und Korallenriffen, bewegt sich der Rochen elegant durch das Wasser. Die Szene vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Freiheit in der Unterwasserwelt.
Für manche nur ein Mantarochen, für andere ein schwimmender Kratzbaum.

Ein Juckreiz an einer Stelle, die man selbst nicht gut erreicht, kann ziemlich nervtötend sein. Galapagoshaie haben eine kreative Lösung für dieses Problem gefunden: Mantarochen eignen sich offenbar hervorragend als »Schnauzenkratzer« für die Tiere. An drei verschiedenen Tauchplätzen vor den mexikanischen Revillagigedo-Inseln beobachteten Wissenschaftler zwischen Dezember 2024 und Januar 2026 Galapagoshaie, die sich mit ihrem Körper an der Ober- und Unterseite von Mantarochen rieben.

Die Mantas – sanfte Meeresriesen, die trotz ihrer Größe kaum über Verteidigungsmöglichkeiten verfügen – schienen dieses Verhalten bei jungen Haien zu tolerieren und reagierten darauf nur mit leichtem Hin- und Herbewegen. Bei ausgewachsenen Haien schalteten sie dagegen in den Fluchtmodus, rollten sich rückwärts weg und versuchten, einem möglichen Biss zu entgehen. Die Forscher sind jedoch davon überzeugt, dass das Verhalten der Haie nicht feindselig gemeint ist. Die Tiere rieben gezielt ihre Schnauze und den Kiemenbereich, bekannte »Hotspots« für Seeläuse, was darauf hindeutet, dass sie die Mantas als riesige Kratzbäume nutzen.

Zwei verschiedene Forschungsgruppen dokumentierten insgesamt acht solcher Begegnungen zwischen Haien und Mantarochen. Ihre Beobachtungen veröffentlichten sie in den Fachzeitschriften »Marine Biodiversity« und »Environmental Biology of Fishes«.

»Die Haie wissen, dass die Oberfläche der Mantarochen wie Sandpapier ist, daher lassen sich hier gut Parasiten entfernen«, erklärt Mauricio Hoyos, Mitautor der letztgenannten Studie und Direktor der gemeinnützigen Meeresschutzorganisation Pelagios Kakunjá. Zuvor wurden Galapagoshaie dabei beobachtet, wie sie ihre Schnauzen und Kiemen an Walhaien rieben. Die Haut von Haien besteht, ebenso wie die von Mantarochen, aus Placoidschuppen, die wie Zähne geformt, scharf und rau sind. »Deshalb eignen sie sich gut zum Kratzen«, erläutert die Meeresökologin Jane Vinesky, Hauptautorin derselben Studie und Doktorandin bei Pelagios Kakunjá.

© Scientific American / YouTube
Galapagoshaie nutzen Mantarochen als kreative Kratzhilfe

Normalerweise suchen Haie bei einem Parasitenbefall »Reinigungsstationen« auf, in denen kleine Putzerfische die Parasiten von ihren Kunden abpicken. Doch manchmal sind diese schon belegt. Das könnte manche Haie dazu veranlassen, alternative Strategien zu entwickeln, sagt Hoyos. 

Wie genau die Haie gelernt haben, Mantarochen für ihre Hautpflege einzuspannen, gibt den Wissenschaftlern noch Rätsel auf. Hoyos fragt sich, ob ihnen die Idee kam, als kleinere Fische gelegentlich die Haie selbst als Kratzbaum nutzten. Gregory Skomal, Meeresbiologe und Leiter des Massachusetts Shark Research Program, der an keiner der Studien beteiligt war, vermutet hingegen, dass einzelne Tiere es einfach eines Tages ausprobiert haben. »In der Welt der Haie«, so Skomal, »beruht vieles auf Versuch und Irrtum.«

  • Quellen
  • Cabral, M. M. P. et al., Marine Biodiversity 10.1007/s12526–026–01 650–4, 2026
  • Vinesky, J. et al., Environmental Biology of Fishes 10.1007/s10641–026–01 850–8, 2026

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