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Kurioser Schädel: Hammerkopf-Echse fraß wie Blauwal

Schon vor mehr als 200 Millionen Jahren filterten Wirbeltiere Nahrung aus dem Wasser - allerdings mit speziellen Zähnen.
Atopodentatus - Fossil und Rekonstruktion

Bartenwale ernähren sich auf einzigartige Weise: Sie schlucken große Mengen Wasser und stoßen es anschließend durch einen spezialisierten Filterapparat am Oberkiefer wieder aus. Allerdings sind sie bei Weitem nicht die ersten, die diese ungewöhnliche Fressmethode entwickelt haben – schon vor 242 Millionen Jahren lebte ein Reptil auf dem Gebiet des heutigen China, das diese Technik für sich entdeckt hatte. Mit seinem verbreiterten Maul, das an das Endstück eines Staubsaugers erinnert, filterte es seine Nahrung aus dem Wasser. Jedoch besaß das etwa drei Meter lange, krokodilähnliche Tier keine Barten, sondern zwei unterschiedliche Arten von Zähnen, und es fraß auch keine Tiere, sondern Pflanzen. Damit ist Atopodentatus unicus, wie die Kreatur seit 2014 heißt, auch das erste bekannte Pflanzen fressende Meeresreptil.

So seltsam das Gebiss der Echse aussieht – die neuen Funde des Teams um Li Chun vom Institut für Paläontologie und Paläoanthropologie in Peking korrigieren eine noch bizarrere Hypothese aus dem Jahr 2014. Nach der hatte Atopodentatus eine Art Flamingoschnabel mit einer nach unten gezogenen Schnauze und senkrecht stehenden Zahnreihen. Verglichen damit sieht das Maul der Echse nachgerade gewöhnlich aus, trotz der ungewöhnlich verbreiterten Schnauze. Allerdings zeigte ein genauerer Blick zwei unterschiedliche Sorten Zähne, die auch die Fressgewohnheiten von Atopodentatus verrieten: Eine Reihe meißelförmiger Zähne außen am Kiefer diente dazu, Pflanzen von hartem Gestein abzuraspeln. Dahinter standen dünne, spitze Zähne, die beim Schließen des Mauls ineinander griffen – sie bildeten das Sieb, das die abgerissenen Pflanzenteile zurückhielt, wenn das kuriose Tier das samt Nahrung eingesaugte Wasser wieder ausstieß.

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