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News: Hat Hale-Bopp einen Mond?

Im Jahr 1997 erfreute der Komet Hale-Bopp uns mit einem spektakulären Anblick am nächtlichen Sternenhimmel, bevor er in den Weiten des Weltalls verschwand. Nur mit leistungsstarken Teleskopen ist er noch weit entfernt auszumachen. Ein Astronom glaubt, bei seinen Beobachtungen des Kometen Positionsschwankungen bemerkt zu haben, die sich nur erklären lassen, wenn Hale-Bopp von einem kleinen Mond begleitet wird. Doch andere Wissenschaftler sind skeptisch und meinen, die Masse des Kometen sei dafür viel zu gering.
Die Theorie vom Hale-Bopp-Mond stammt von Zdenek Sekanina vom Jet Propulsion Laboratory. Er beobachtete mit dem Hubble-Weltraumteleskop Schwankungen des Kometen (Star Observer vom März 2000). Ähnlich wie Wissenschafter unsichtbare Planeten um ferne Sterne aufspüren, errechnete er daraus sogar die Größe des vermeintlichen Mondes. Demnach soll der Abstand zwischen Hale-Bopp und seinem Trabanten zwischen 160 und 210 Kilometer betragen und der Mond rund 30 Kilometer im Durchmesser groß sein. Hale-Bopps Kern selbst misst 100 Kilometer im Durchmesser.

Bisher sind mehrere Kometen bekannt, die zeitweise einen Begleiter hatten. Allerdings verabschiedeten sich die Trabanten immer relativ rasch, da Kometen meist nicht sehr massereich sind und ihre Schwerkraft dementsprechend gering ausfällt. Der Kern von Hale-Bopp ist dagegen – für einen Kometen – relativ groß, es bestünde die Möglichkeit, dass er einen Mond halten könnte.

Dennoch sind Kollegen von Sekanina skeptisch. "Man soll nicht jedes Zittern und Wackeln des Weltraumteleskops zu ernst nehmen", wetterte etwa Harold Weaver von der Johns Hopkins University in Baltimore. Seiner Ansicht nach ist Hubble nicht für derartige Beobachtungen ausgelegt, man versuche in die Bilder mehr hinein zu interpretieren, als drinnen sei. Gesehen hat den mutmaßlichen Trabanten jedenfalls noch niemand, dazu ist er zu klein.

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