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Raumsonde Hayabusa-2: Erster Landeversuch auf Asteroid Ryugu – Update

Die japanische Raumsonde Hayabusa-2 setzte am frühen Morgen des 21. September 2018 zwei Lander namens MINERVA-II ab, die auf der Oberfläche des Asteroiden Ryugu niedergehen sollen. Sie sollen die Gesteine von Ryugu aus unmittelbarer Nähe erkunden und Fotos von der Oberfläche zurückfunken.
Im Anflug auf den Asteroiden Ryugu – Aufnahmen von Hayabusa-2

Update 4, 22. September 2018: Die beiden Module sind auf der Oberfläche des Asteroiden gelandet und haben Bilder zur Erde gefunkt, wie die JAXA berichtet.

Update 3, 21. September 2018, 7:50 Uhr: Die Muttersonde Hayabusa-2 setzt sich bereits wieder vom Asteroiden ab und vergrößert ihren Abstand. Jetzt heißt es, auf die Funksignale der beiden MINERVA-II-Lander zu warten.

Update 2, 21. September 2018, 7:00 Uhr: Die beiden MINERVA-II-Lander wurden erfolgreich von der Muttersonde Hayabusa-2 abgeworfen und fallen nun sanft auf die Oberfläche von Ryugu zu. Die Abtrennung erfolgte um 6:15 Uhr Bordzeit, die Telemetriedaten zeigen eine ordnungsgemäße Funktion an.

Update 1, 21. September 2018, 6:45 Uhr: Das Absetzen der beiden MINERVA-II-Lander steht jetzt unmittelbar bevor, die Muttersonde Hayabusa-2 ist jetzt nur noch rund 100 Meter vom Asteroiden Ryugu entfernt. Die Bilder der Navigationskamera zeigen nun die Gerölloberfläche des nur 900 Meter großen Himmelskörpers in bester Qualität.

Asteroid Ryugu aus 100 Meter Entfernung
Asteroid Ryugu aus 100 Meter Entfernung | Um 6:09 Uhr MESZ am 21. September 2018 entstand diese Aufnahme des Asteroiden Ryugu aus rund 100 Meter Entfernung. Deutlich lässt sich der Schatten der Raumsonde Hayabusa-2 auf der Oberfläche des Asteroiden erkennen.

Nur etwas mehr als eine Woche nach dem abgebrochenen Testanflug auf den Asteroiden Ryugu ist die japanische Raumsonde Hayabusa-2 wieder auf dem Weg zu ihrem Zielobjekt. Ihre Aufgabe diesmal: das Absetzen von zwei kleinen Landern auf der Oberfläche, die hüpfend die Gesteine des nur 900 Meter großen Asteroiden aus unmittelbarer Nähe erkunden und Fotos von der Oberfläche zurückfunken sollen. Der Name der Lander ist MINERVA-II, die Abkürzung steht für Micro Nano Experimental Robot Vehicle for Asteroid, second generation. Beim Anflug und beim Absetzen können Sie mit dabei sein, denn die japanische Raumfahrtbehörde JAXA stellt die Bilder der Navigationskamera live ins Internet. Zudem werden von der JAXA laufend aktuelle Informationen über den Stand der Mission über Twitter in englischer Sprache verbreitet. Nach der derzeitigen Planung sollen die beiden Lander am 21. September um 6 Uhr MESZ aus einer Höhe von 60 Metern über der Oberfläche abgeworfen werden.

Die japanischen Mikrolander MINERVA-II für den Asteroiden Ryugu (Computergrafik)
Die japanischen Mikrolander MINERVA-II für den Asteroiden Ryugu | Nur etwa 18 Zentimeter Durchmesser und ein Gewicht von je 1,1 Kilogramm haben die beiden Mikrolander MINERVA-II, die von der Muttersonde Hayabusa-2 auf die Oberfläche des Asteroiden Ryugu abgeworfen werden. Die »Stacheln« sind Temperatursensoren, die Oberfläche der Lander ist von Solarzellen bedeckt. Beide Lander führen mehrere Mikrokameras mit und können sachte über die Oberfläche des Asteroiden hüpfen.

Die Lander, von der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA manchmal auch als Rover bezeichnet, obwohl ohne Räder oder Fahrketten, sind flache Zylinder mit einer Breite von 18 Zentimetern und einer Höhe von sieben Zentimetern. Beide wiegen nur etwa 1,1 Kilogramm. An Bord befinden sich mehrere Kameras, ein Beschleunigungsmesser, mehrere Temperaturfühler und ein Gyroskop zur Lagekontrolle. Die Lander übermitteln ihre Daten an die Muttersonde Hayabusa-2, die sie zwischenspeichert und dann an die Erde weiterleitet. Die beiden Lander verfügen über einen Sprungmechanismus, so dass sie ihren Standort auf Ryugu wechseln können. Der Asteroid hat eine so geringe Schwerkraft, dass ein solcher Sprung rund eine Viertelstunde dauert und dabei bis zu 15 Meter horizontal über der Oberfläche des Himmelskörpers zurückgelegt werden.

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