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News: Heftiger Methanausstoß vor 600 Millionen Jahren

Wissenschaftler der University of California in Riverside haben in Sedimenten aus Südchina Spuren gefunden, denenzufolge vor 600 Millionen Jahren riesige Mengen Methan aus den Meeren freigesetzt wurden. Damals war die Erde weitgehend vereist. Durch das Abschmelzen der Gletscher wurden die gefrorenen Methanclathrate, die sich am Meeresboden angereichert hatten, offenbar instabil. Das Freisetzen des Treibhausgases könnte die Erwärmung der Erde nach ihrer "Schneeballphase" entscheidend gefördert haben.

Die Forscher um Ganqing Jiang analysierten die Isotopenzusammensetzung von Sedimenten, die während der Erwärmungsphase abgelagert wurden, und stießen dabei auf eine relative Anreicherung des leichten Isotops C-12, das sie als Hinweis auf Methan interpretieren. Jener Zeitraum ist für Evolutionsforscher besonders interessant, weil sich folgend auf die globale Eiszeit das Leben explosionsartig entfaltete.

Auch heute lagern noch riesige Mengen an Methanclathrate – von einem "Hydratkäfig" eingeschlossene Methanmoleküle, am Meeresboden, die durch etwaige Veränderungen der Meerestemperaturen womöglich ebenfalls instabil werden könnten, warnen die Forscher. Die Vergangenheit zeige, wie eine plötzliche Freisetzung großer Mengen des Treibhausgases das globale Klima weltweit rasant beeinflussen könne.

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  • Quellen
Nature 426: 822–826 (2003)

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