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News: Heftigere Taifune in heißerem Treibhaus

Über die Auswirkungen einer zunehmenden Erwärmung des Weltklimas äußerten sich Wissenschaftler bislang eher zurückhaltend. US-Forscher kamen nun durch eine Computersimulation zu dem Ergebnis, daß die Intensität von Wirbelstürmen mit der Temperatur der Meeresoberfläche steigt.
Nach den Simulationen der Meteorologen wird es in der von Wirbelstürmen schon heute am stärksten heimgesuchten Ecke der Welt noch ungemütlicher – wenn es zum befürchteten Klimawandel kommt und sich die Meerestemperatur erhöht. Das Ergebnis der Studie, die sich mit einem begrenzten Gebiet nordöstlich der Philippinen beschäftigte, faßt Thomas Knutson vom Staatlichen Amt für Ozean und Atmosphäre der USA zusammen: "In dieser Region treten im heutigen Klima die stärksten Taifune auf. Aus unseren Simulationen folgt, daß diese in einer Atmosphäre, in der Kohlendioxid zunimmt, noch intensiver werden. Ihre Windgeschwindigkeit wäre demnach um fünf bis zwölf Prozent höher als unter heutigen Bedingungen."

Die Arbeit bestätigt damit ältere aber eher theoretische Überlegungen, nach denen eine globale Erwärmung tropische Stürme verstärkt. Die Thesen der US-Forscher gehen noch weiter. Nach den jüngsten Angaben von Klimaexperten im Dienste der Vereinten Nationen etwa läßt sich bislang nicht mit Sicherheit voraussagen, ob sich die maximale Stärke tropischer Wirbelstürme durch die Erderwärmung ändern wird. Auf diese vieldiskutierte Frage wagen Knutson und seine Kollegen nun erstmals eine klare Antwort. Über die Häufigkeit von Taifunen oder ihre mittlere Stärke können sie zwar noch keine Aussagen machen. Aber, so Thomas Knutson, "wir sagen, daß die stärksten Wirbelstürme im Nordwestpazifik im Fall einer Erwärmung heftiger werden."

Die Computersimulation ging von der Annahme aus, daß sich die Temperatur der Meeresoberfläche um 2,2 Grad Celsius erwärmt, was nach Ansicht der Forscher in knapp hundert Jahren der Fall sein könnte. Den Unterschied zu bisherigen Ansätzen sehen sie darin, daß von ihnen erstmals ein globales Klimasimulationsmodell mit einem regionalen Vorhersagemodell von Hurrikans gekoppelt wurde, wodurch zuverlässigere Aussagen möglich wurden.

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