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News: Heilung im Blick

Die Zellen der Netzhaut verlieren ihre Fähigkeit zur Vermehrung, kurz bevor wir ausgewachsen sind. Deshalb heilen Verletzungen in diesen Geweben nicht ohne weiteres ab, wie beispielsweise eine Schnittwunde am Finger oder ein gebrochener Knochen. In der Retina des Auges ausgewachsener Mäuse entdeckten Forscher jüngst eine Sorte Stammzellen, die möglicherweise geeignet sind, um verletzungs- oder krankheitsbedingte Schäden auszubessern und so die Sehkraft wieder herzustellen.
Mit der Identifizierung retinaler Stammzellen in Mäuseaugen öffnete das kanadische Forscherteam um Derek van der Kooy von der University of Toronto die Tür zu neuen Therapiemöglichkeiten bei geschädigten Netzhäuten (Science 17. März 2000). Sie entnahmen Zellen dieses Typs aus der Retina ausgewachsener Mäuse und konnten sie im Labor zu neuem Wachstum und erneuter Teilung anregen.

Stammzellen sind gewebsspezifische Zellen, aus denen sich das jeweilige Gewebe entwickelt. Sie haben noch die Fähigkeit zu wachsen und sich zu teilen. Ist das Gewebe voll ausdifferenziert, hat also seine individuelle Entwicklung abgeschlossen, stellen die Stammzellen ihre Aktivität oftmals unwiederbringlich ein. Dennoch konnten aus zahlreichen Geweben Stammzellen isoliert werden; oft gelang sogar, sie zur Teilung anzulegen und über Monate zu kultivieren.

Die neu entdeckten Zellen stehen im Auge offenbar unter inhibitorischer Kontrolle. Werden sie der Netzhaut jedoch entnommen, setzt wieder Wachstum ein. Die Neurowissenschaftler hoffen nun, diesen Zelltyp auch im natürlichen Gewebeverbund im Inneren des Auges wieder zur Teilung anregen zu können. Dazu müssen sie den spezifischen Inhibitor ausmachen, um diesen dann in einem nächsten Schritt zu neutralisieren. Ohne seine Wirkung, sollten die retinalen Stammzellen von sich aus wieder wachsen und eine neue Netzhaut aufbauen.

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