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Exoplaneten: Eine Schwemme an heißen Jupitern

Rund fünf Prozent von 66 untersuchten Sternen im offenen Sternhaufen Messier 67 werden von heißen Jupitern begleitet. Damit sind sie etwa viermal häufiger anzutreffen als bei sonnenähnlichen Sternen in unserem galaktischen Umfeld.
Ein heißer Jupiter (künstlerische Darstellung)

Rund 2700 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Krebs befindet sich der offene Sternhaufen Messier 67. Er lässt sich schon mit einem Feldstecher erspähen und ein kleines Teleskop löst ihn bereits in seine Einzelsterne auf. Eine Forschergruppe um Anna Brucalassi vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München untersuchte eine Stichprobe von 88 Sternen auf die Anwesenheit von Planeten, im diesen Fall heiße Jupiter. Dies sind Gasriesen ähnlich des größten Planeten in unserem Sonnensystem, die ihre Sterne in äußerst geringem Abstand umrunden und dafür nur wenige Tage benötigen. Durch die große Nähe zu ihren Zentralgestirnen sind sie sehr heiß.

Der offene Sternhaufen Messier 67 im Sternbild Krebs | Aus den Bildern des Digitized Sky Survey wurde diese Übersichtsaufnahme des rund 2700 Lichtjahre von der Erde befindlichen offenen Sternhaufens Messier 67 im Sternbild Krebs erstellt. Er erstreckt sich am Himmel über rund 30 Bogenminuten, also etwa die Größe des Vollmonds, dies entspricht einem wahren Durchmesser von rund 47 Lichtjahren. Messier 67 enthält rund 1400 Sterne.

Von den 88 untersuchten sonnenähnlichen Sternen erwiesen sich 14 als Doppelsterne und weitere acht fielen aus anderen Gründen aus der Erhebung heraus, so dass 66 Sterne übrig blieben. Immerhin drei von ihnen wiesen einen heißen Jupiter auf. Dies bedeutet, das rund fünf Prozent der untersuchten Sterne einen solchen Begleiter haben. In unserer näheren kosmischen Umgebung außerhalb von Sternhaufen besitzen nur etwa 1,2 Prozent der sonnenähnlichen Sterne einen heißen Jupiter.

Übersichtskarte des Sternbild Krebs (Cancer) | Der offene Sternhaufen Messier 67 befindet sich im südlichen Bereich des Sternbilds Krebs. M 67 lässt sich schon mit einem Feldstecher leicht beobachten.

Bei diesen Planeten wird angenommen, dass sie sich heute nicht dort befinden, wo sich einstmals bildeten. Gängigen Modellen nach wanderten sie kurz nach ihrer Entstehung durch gravitative Wechselwirkungen mit der Scheibe aus Gas und Staub, die den jungen Stern umgab, nach Innen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass sie durch gravitative Störungen durch ihre Nachbarplaneten in die Nähe ihres Zentralgestirns drifteten.

Im Fall von Messier 67 vermuten die Forscher dagegen, dass diese Sternansammlung, die sich heute über rund 47 Lichtjahre erstreckt, einstmals viel dichter gepackt war und sehr viel mehr Sterne als heute enthielt. Heute sind etwa 1400 Mitglieder von Messier 67 bekannt. Der Sternhaufen dürfte nach seiner Entstehung vor etwa fünf Milliarden Jahren rund drei Viertel seiner Sterne durch gravitative Störungen verloren haben, die sich über das gesamte Milchstraßensystem verteilt haben. Aber in der Jugend von Messier 67 standen die Sterne sehr viel enger beisammen, so dass es nicht selten zu engen Vorübergängen kam. Dabei können auch die gerade entstandenen Planetensysteme in Unordnung gebracht worden sein. Die Forscher möchten nun mit weiteren Untersuchungen klären, wie repräsentativ Messier 67 im Vergleich zu anderen offenen Sternhaufen ist.

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