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News: „Herpes“ bei Meeresschildkröten

Wissenschaftler des University of Florida College of Veterinary Medicine und des Turtle Hospital identifizierten vor drei Jahren als erste eine Krankheit, die das Überleben der vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten weltweit gefährden könnte. Sie entdeckten auch die mögliche Ursache der Tumorepidemie: ein Virus, das genetisch mit menschlichen Herpes-Viren verwandt ist.
Die Tumore, bekannt unter dem Namen Fibropapillomas, tauchen plötzlich auf Körper und Panzer von Schildkröten auf; oftmals erscheinen sie um die Augen, die Flossen und sogar im Maul. Sobald die krankhafte Veränderung das Sehvermögen und die Schwimmfähigkeit der Schildkröte beeinträchtigt hat, treten Probleme bei der Ernährung auf, die letztendlich meist zum Tode führen. Oft entwickeln sich auch Tumore in den inneren Organen, wie den Lungen und Nieren, und behindern deren normale Funktion.

Nach Schätzung von Paul Klein, sind mehr als 50 Prozent der grünen Schildkröten, die in der Indian River Lagoon und in der Florida Bay leben, betroffen. Beinahe 15 Prozent der Unechten Karettschildkröten in Florida Bay leiden an dieser Krankheit. In einigen Gewässern in Hawaii sind mehr als 90 Prozent der grünen Schildkröten von den Tumoren befallen.

Bei Untersuchung der Tumore wurden zu 95 Prozent ein herpes-ähnliches Virus gefunden. „Übertragungsstudien, die während der letzten sechs Jahre am Turtle Hospital durchgeführt wurden, haben klar gezeigt, daß diese tödliche Krankheit von einem ansteckenden Wirkstoff verursacht wird“ sagte Paul Klein, Professor an der University of Florida. „Die Tatsache, daß dieses Virus in mehr als 95 Prozent der Tumore gefunden wird, heißt noch nicht, daß es die Ursache des Tumors ist. Aber es ein Kandida da für Ursache ist, da die Infektion mit dem Virus eng mit der Entwicklung des Tumor verbunden ist. Innerhalb eines Jahres kann eine Schildkröte vollständig mit Tumoren überzogen sein, so daß sie schließlich nicht mehr schwimmen und nicht mehr sehen kann.“

In einigen Fällen können Veterinäre durch Operation die lebensbedrohlichen Schädigungen entfernen und so das Leben des Tieres retten. Aber die Suche nach Ursache und Heilung ist ein Rennen gegen die Zeit. „Es dauert lange Zeit, bis Seeschildkröten ihre sexuelle Reife erreichen“ sagte Klein. „Diese Krankheit betrifft besonders jugendliche Schildkröten und solche knapp vor dem Erwachsenenstadium.“

Das Virus ähnelt den menschlichen Herpes-simplex-Viren 1 und 2 sowie dem Varicella-zoster-Virus, das Windpocken auslöst. Es wird aber angenommen, daß das Virus die Krankheit nicht auf Menschen übertragen kann.

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