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Evolution: Hielt der Riesenhai die Wale klein?

Gegen Megalodon wirkt der Weiße Hai kleinwüchsig. Das Aussterben des Riesenräubers machte womöglich den Weg frei, damit sich Blauwal und Co entwickeln konnten.
Der prähistorische Riesenhai Megalodon jagt zwei kleinere Bartenwale.

Mit bis zu 18 Metern Länge und 50 Tonnen Gewicht war der ausgestorbene Riesenhai Megalodon der ozeanische Schrecken seiner Zeit, dem Pliozän, das vor etwa 2,5 Millionen Jahre endete – der Weiße Hai wirkt verglichen damit fast wie ein Zwerg. Auf dem Speiseplan von Megalodon standen wahrscheinlich auch Bartenwale, deren Skelettreste immer wieder von versteinerten Haizähnen begleitet werden. Diese Meeressäuger waren damals allerdings beträchtlich kleiner als heutige Arten wie der Blauwal, der es auf eine Länge von maximal 30 Metern bringt und 130 Tonnen wiegen kann. Catalina Pimiento vom Florida Museum of Natural History, Gainesville und Christopher F. Clements von der ETH Zürich haben nun das Aussterbedatum von Megalodon weiter eingegrenzt – und einen bemerkenswerten evolutionären Zusammenhang aufgedeckt.

Demnach verschwanden die Riesenhaie vor 2,6 Millionen Jahren aus den Ozean. Und ab diesem Zeitpunkt setzte das Größenwachstum der Bartenwale ein, die zudem heutigen gigantischen Finn- oder Blauwalen führte. Womöglich hielt der Jagddruck von Megalodon ursprünglich die Meeressäuger kleiner, die damit auch wendiger und schneller waren als die heutigen Großwale. Als Carcharocles megalodon verschwand, konnten die Tiere weiter in Größenwachstum investieren, so die These. Unklar ist allerdings bislang, warum Megalodon überhaupt ausstarb. Mit seinem starken Gebiss hätte er ohnehin auch größere und schwerere Beute erlegen und zerteilen können.

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