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Himmelsdurchmusterung: Das Vera C. Rubin Observatory nimmt seine Arbeit auf

Eine Flut von Entdeckungen dürfte ab sofort das Vera C. Rubin Observatory in Chile liefern, das am 30. Juni 2026 endgültig seinen wissenschaftlichen Beobachtungsbetrieb aufgenommen hat. Es durchmustert alle drei Tage den gesamten vom Standort aus sichtbaren Himmel.
Ein dichtes Sternenfeld im Weltraum, das eine Vielzahl von Sternen in unterschiedlichen Farben zeigt, darunter blaue, rote und gelbe Sterne. Der Hintergrund ist dunkel mit leichten Nebelstrukturen, die sich durch das Bild ziehen. Die Aufnahme vermittelt die Weite und Vielfalt des Universums und zeigt die unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Sterne.
Mit der LSST-Kamera des Vera C. Rubin Observatory gelang diese Ansicht eines kleinen Ausschnitts des Sternbilds Wolf (lateinisch: Lupus). Im Vordergrund finden sich zahlreiche Sterne und Staubwolken unseres Milchstraßensystems, aber auch weit entfernte Galaxien.

Rund ein Jahr hat es gedauert, bis nach der Präsentation der ersten Aufnahmen das Vera C. Rubin Observatory mit seiner systematischen Himmelsdurchmusterung begonnen hat. Seit dem 30. Juni 2026 scannt das 8,4-Meter Teleskop das gesamte von seinem Standort Cerro Pachón in Chile aus sichtbare Firmament und erzeugt dabei alle drei Tage ein komplettes Himmelsbild mit hoher räumlicher Auflösung. Mindestens zehn Jahre lang wird das Rubin Observatory aktiv sein und pro Tag etwa zehn Terabyte an Daten liefern. Schon bei den Probeaufnahmen im letzten Jahr über wenige Tage hinweg fanden sich in den Daten 11 000 bis dahin unbekannte Asteroiden; darunter fielen 33 erdnahe Asteroiden und 380 transneptunische Objekte auf.

Alle 40 Sekunden nimmt das Teleskop mit seiner 3200-Megapixelkamera ein neues Bild auf, das die 40-fache Fläche der Vollmondscheibe am Himmel einnimmt. Die daraus resultierende Datenflut wird von diversen Computerprogrammen kanalisiert, mit deren Hilfe nach Veränderungen am Himmel Ausschau gehalten wird. Unter anderem dürften sich Tausende veränderlicher Sterne, mehrere Hunderttausend bislang unbekannte Asteroiden und Tausende transneptunische Objekte im Kuipergürtel jenseits der Umlaufbahn des äußersten Planeten Neptun finden lassen. Vielleicht gelingt es mit dem Rubin Observatory auch, endlich den Planeten 9 oder X dingfest zu machen, so er denn überhaupt existiert. Zudem werden viele Tausend Supernovae in fernen Galaxien beobachtet werden. Aber besonders spannend dürften bislang unbekannte Vorgänge im Universum sein, von deren Existenz wir keine Ahnung haben.

Wahrscheinlich werden pro Nacht rund sieben Millionen Beobachtungsalarme generiert werden, die von sogenannten »Alert Brokers« systematisch durchsucht und in Kategorien einsortiert werden. Erst danach lassen sich die interessantesten Ereignisse durch nachfolgende Beobachtungen mittels anderer Teleskope oder anhand von Archivdaten von Sternwarten weltweit unter die Lupe nehmen. Auf jeden Fall steht der Astronomie nun eine stürmische Phase neuer Entdeckungen ins Haus.

  • Quellen

https://noirlab.edu/public/news/noirlab2616/?lang

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