Direkt zum Inhalt

Sommerloch heute: Hinten in der Mitte sitzt es sich besonders sicher

Welches Nesthäkchen kennt die Situation nicht: Der Kleinste sitzt im Auto hinten in der Mitte – eingequetscht und nur mit Beckengurt. Aber: Wie eine umfangreiche Analyse von Verkehrsunfällen in den USA ergab, war das immerhin der sicherste Platz.

Dietrich Jehle, Notfallmedizinforscher von der Universität von Buffalo und seine Kollegen durchforsteten Unfallstatistiken der staatlichen Highway-Verkehrssicherheitsaufsicht. Zunächst werteten sie die Überlebensraten von Fahrer und Beifahrer gegenüber Mitfahrern auf der Rückbank aus – Daten von 27 098 Beteiligten standen ihnen hier zur Verfügung.
Auch die Wissenschaft kennt ein Sommerloch. Mehr und mehr fluten dann Ergebnisse die Medien, die sonst kaum den Weg in die Berichterstattung finden. Mit der Reihe "Sommerloch heute" möchten wir Ihnen eine Auswahl präsentieren.
Dann verglichen sie in einem zweiten Datenpool die Zahl der Todesfälle von 5707 Hinten-Mitte-Sitzern mit denen von 27 611 Fensterplätzlern. Und stellten fest, dass die größere Knautschzone bei Seitenaufprall und die geringere Schleuderkraft bei Überschlag mehr Mittelsitzern das Leben rettete als ihren Nachbarn – vor allem, wenn sie angeschnallt waren und die Mitfahrer am Fenster nicht.

Abgesehen von den Mortalitätsrisiken offenbarte sich auch der Nesthäkchen-Effekt: Die Leute am Fenster waren im Schnitt zwanzig Jahre alt, die in der Mitte fünf Jahre jünger. Und erschreckend: Fast die Hälfte der Hintensitzer war nicht angeschnallt. Diesen Leichtsinn bezahlte über ein Drittel davon mit dem Leben, während von denen mit Gurt über 85 Prozent einen Unfall überstanden.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnerinhalte