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Saturnmond: Hinweis auf tektonische Aktivitäten auf Rhea

Eisige Risse auf Rhea
Die Bilder der Cassini-Vorbeiflüge am Saturnmond Rhea im November 2009 und März 2010 zeigen eine tektonisch geprägte Rückseite des Mondes.

Die Struktur der Rückseite von Rhea | Eine feine Netzstruktur von Rissen überzieht die Kraterlandschaft auf der dem Saturn abgewandten Seite. Die Strukturen sind tektonischen Ursprungs und nicht von Eisvulkanen geprägt, wie bisher angenommen.
Die netzförmigen Spalten auf der dem Saturn abgewandten Seite sind seit dem Vorbeiflug der beiden Voyager-Raumsonden in den Jahren 1980 und 1981 bekannt. Bislang nahmen Forscher an, dass Eruptionen von Eisvulkanen die Gestalt der Mondoberfläche prägte. Cassini näherte sich Rhea beim letzten Vorbeiflug bis auf 100 Kilometer und konnte so besser aufgelöste Bilder aufnehmen. Diese zeigen nun, dass es sich bei der netzförmigen Struktur um freigelegtes Eis entlang von Steilhängen handelt. Diese können nur durch tektonische Aktivitäten und nicht durch Eisvulkane entstanden sein.

Die Wissenschaftler um Paul Helfenstein vom Cassini-Kamerateam erstellten aus den Daten dreidimensionale Bilder der Oberfläche. Sie zeigen verstreute Eisblöcke in Ebenen mit offenbar älterem Ursprung, die dicht mit Kratern übersäht sind. Unter diesen Ebenen gab es offenbar in der Vergangenheit keine tektonische Aktivität, welche die Krater wieder aufgefüllt hätte. Zwei größere Krater sind dagegen deutlich jüngeren Ursprungs, da sie nicht mit kleineren Kratern überdeckt sind. Zudem ist an manchen Orten Material sichtbar, das sich offenbar die Steilhänge hinab bewegte und sich am Fuß der Wände ansammelte.

Bilder der dem Saturn zugewandten Seite des Mondes zeigen auch dort bisher unbekannte Eigenschaften von Rhea. Eine Region scheint eine andere Zusammensetzung der Oberfläche oder eine andere Feinstruktur aufzuweisen, als der Rest der Vorderseite. Rhea rotiert wie unser Mond gebunden, das heißt, sie weist Saturn stets die gleiche Seite zu. (bw)

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