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Neurowissenschaften: Hippokampus trifft Vorhersagen für die Zukunft

Der Hippokampus, eine für Lernen und Gedächtnis wichtige Hirnregion, scheint auch kurzfristige Voraussagen für die Zukunft zu machen. Dharshan Kumaran und Eleanor Maguire vom University College London konnten beim Menschen nachweisen, dass die Hirnstruktur aktiv wird, sobald das Gehirn neue Ereignisse verarbeitet, die nicht mit den Erwartungen übereinstimmen.

Theoretische Modelle und Versuche an Nagetieren hatten bereits gezeigt, dass der Hippokampus als Detektor von Unerwartetem eine wichtige Rolle spielt. Die Forscher untersuchten nun mittels funktioneller Magnetresonanztomografie, wie das Gehirn auf eine veränderte Reihenfolge einer Serie von vier Objekten reagierte.

Wie sich zeigte, regte sich der Hippokampus besonders stark, sobald die letzten zwei Objekte vertauscht waren. Wenn Kumaran und Maguire die Reihenfolge der Objekte jedoch komplett veränderten, feuerte der Hippokampus der Teilnehmer kaum.

Die Forscher vermuten deshalb, dass der Hippokampus nicht auf etwas Neues per se reagiert, sondern nur auf Diskrepanzen zwischen dem, was er erwartet und dem was tatsächlich passiert. Damit scheint diese Hirnregion auch beim Menschen Vorhersagen treffen zu können – basierend auf vorher gemachten Erfahrungen. (ahu)

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