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Kognitionsforschung: Hirnaktivität weist auf Zahlensinn bei Säuglingen

Anzahl und Eigenart von Objekten verarbeitet das Gehirn schon bei drei Monate alten Kindern unterschiedlich. Dies zeigten französische Hirnforscher um Stanislas Dehaene vom INSERM in Gif/Yvette. Sie glauben die physische Grundlage für die von ihnen vermutete numerische Basiskompetenz oder den "Zahlensinn" gefunden zu haben.

Kind beim Test | Ableitung visuell evozierter Potenziale von der Kopfhaut mittels Sensornetz
Die Forscher leiteten mittels zahlreicher Kopfhaut-Elektroden räumliche Hirnaktivitätsmuster ab, während die Säuglinge monotone Bildserien einfacher Objekte sahen. Darin eingestreute abweichende Testbilder mit deutlich mehr oder anders gearteten Objekten erheischten die Aufmerksamkeit der ganz Kleinen – deutlich erkennbar an speziellen elektrischen Signalen, den visuell evozierten Potenzialen. Die zahlenspezifischen Reaktionen konnten die Forscher im Scheitelbereich der Großhirnrinde lokalisieren, die objekttypspezifischen im Schläfenbereich.

Die gleichen Rindenabschnitte reagieren auch bei Vierjährigen und Erwachsenen, wie frühere bildgebende Untersuchungsverfahren belegten. Deshalb vermuten die Neurowissenschaftler, dass die schon sehr früh in der Entwicklung spezialisierte zahlenempfindliche Hirnregion die Grundlage des allen Menschen eigenen intuitiven Zahlenverständnisses ist. (pm)

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