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Geschlechterunterschiede: Hirnregionen von Frauen schrumpfen und wachsen

MRT-Hirnscans im Durchlicht
Während des weiblichen Zyklus wachsen und schrumpfen offenbar einzelne Hirnregionen. Das haben Forscher um Belinda Pletzer von der Universität Salzburg jetzt anhand von Hirnscans festgestellt. Bei Frauen, die die Pille nahmen, war eine Größenveränderung hingegen nicht feststellbar.

Daraus schlussfolgern die Forscher, dass die Hormonkonzentration im Blut der Frauen die Hauptrolle spiele. Wie die Hormone allerdings ihren Einfluss geltend machen, ist ungewiss.

Die Forscher legten 14 Freiwillige einmal zu Beginn ihrer Follikelphase – also in den ersten Tagen des Zyklus – und einmal in der Mitte der Gelbkörperphase – das heißt einige Tage nach dem Eisprung – in einen Magnetresonanztomografen. In der Follikelphase ist der Spiegel von Östrogenen und Progesteron am niedrigsten. In der Zeit nach dem Eisprung erreichen beide hingegen ihre Höchstwerte.

14 weitere Frauen, die regelmäßig die Pille nahmen, kamen jeweils nur einmal zur Untersuchung. Zusätzlich vermaßen die Forscher die Gehirne von 14 Männern.

Bei Frauen mit einem natürlichen Zyklus verkleinerten sich einige Areale in der Zeit nach dem Eisprung. Frauen, die regelmäßig die Pille nahmen, hatten insgesamt größere Hirnregionen. Ob und wie sich solche Veränderungen psychisch bemerkbar machen, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. In der Vergangenheit hatten Studien einen Einfluss des Menstruationszyklus auf Gedächtnis- und Raumorientierung nahegelegt.

Darin sehen Pletzer und Kollegen nun Parallelen zu ihrer eigenen Untersuchung: Zu- und Abnahme des Hirnrindenvolumens beobachteten sie in Arealen wie dem parahippocampalen sowie dem fusiformen Gyrus – diese Regionen gelten als wichtig für die Bewältigung solcher Aufgaben. Grundsätzlich bedeutet jedoch eine Volumenänderung nicht automatisch mehr oder weniger "Leistung" der betroffenen Hirnregion.

Pletzer und Team meinen, dass Studien, die das Hirnvolumen von Männern und Frauen verglichen haben, auf die falsche Fährte geführt hätten, sofern sie den Einfluss des Zyklus und der Pille außer Acht ließen. Der Effekt könne geschlechtsspezifische Unterschiede und Gemeinsamkeiten leicht überdecken. (jd)

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