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Neurodegeneration: Hirnschäden durch Rauchen können wieder verschwinden

Die Hirne von Rauchern schrumpfen - aber das scheint kein unwandelbares Schicksal zu sein.
E-Zigarette rauchende Frau

Das durch Rauchen ausgelöste Dünnerwerden der Großhirnrinde scheint langsam zurückzugehen, wenn man mit dem Rauchen aufhört. Allerdings könne es besonders bei starken Rauchern mehrere Jahrzehnte dauern, bis die verlorene graue Masse zurückgewonnen ist, schreiben die Forscher um Sharif Kamara von der McGill University in Montreal. Dass Rauchen das Gehirn schädigt und wohl auch Demenz befördert, gilt seit einiger Zeit als gesichert, die zu Grunde liegenden Mechanismen sind jedoch nur unvollständig bekannt, ebenso, ob die Schäden reversibel sind. Die aktuelle Studie deutet darauf hin, dass dem so ist.

Kamara und seine Kollegen untersuchten insgesamt 504 Überlebende des seit 1947 laufenden Scottish Mental Surveys, deren lebenslange Rauch-Historie bekannt ist, mit Hilfe der Magnetresonanztomografie. In der Gruppe befanden sich 36 Raucher und 223 Personen, die zwischenzeitlich aufgehört hatten zu rauchen. Die Forscher fanden eine Korrelation zwischen der Rauchintensität und dem Hirnschwund, allerdings auch, dass das Gehirn am Masse wieder zugenommen zu haben schien, je länger die Befragten nicht mehr geraucht hatten. Wie das zu Stande kommt, ist noch unklar, da die Großhirnrinde bei Erwachsenen generell langsam schrumpft – der zusätzliche Hirnverlust durch Rauchen sollte daher eigentlich erhalten bleiben. Die Forscher vermuten, dass der Kortex eine für jedes Alter typische Dicke hat, auf die sich das Gehirn nach dem Ende des Zigarettenkonsums wieder hinentwickelt.

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