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Hirnforschung: Hirnstimulation im Schlaf stärkt Gedächtnis

Schlaf
Durch elektrische Reize bestimmter Hirnregionen im Schlaf lassen sich Erinnerungsleistungen verbessern, berichten Forscher der Universität Lübeck. Jan Born und seine Kollegen zeigten dies in Experimenten, bei denen sie Probanden, die zuvor einzelne Wörter auswendig gelernt hatten, nachts darauf mit milden elektrischen Strömen durch die Schädeldecke stimulierten. Die ausgeschlafenen und gehirnstimulierten Kandidaten konnten sich am folgenden Tag an knapp zehn Prozent mehr Wörter erinnern als die übrigen Versuchsteilnehmer.

Entscheidend waren dabei sowohl die Frequenz des oszillierenden Reizes als auch der Zeitpunkt. Die halbstündigen nächtlichen Stimulationen steigerten das Gedächtnis allerdings nur, wenn sie während den frühen so genannten non-REM-(NREM)-Schlafphasen verabreicht wurden. Zudem musste der äußere, transkranial gegebene Stromreiz rund ein Fünftel der langsamen natürlichen Oszillation der Hirnströme ausmachen, die normalerweise während dem NREM-Schlaf zu messen sind. Unter diesen Bedingungen intensivierte die Stimulation dann diese langsamwelligen Schlafphasen, ermittelten die Forscher. Jene tiefen, traumlosen Abschnitte des Schlafes werden seit längerem als entscheidend für die Verfestigung von frisch erworbenen Gedächtnisinhalten angesehen. (jo)

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