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Türkei: Hitlers „verlorene Flotte“

Der türkische Marineingenieur Selçuk Kolay hat im Schwarzen Meer nach eigenen Angaben drei deutsche U-Boote aus der Nazizeit entdeckt. Mit Hilfe von Augenzeugenberichten, Unterlagen in deutschen Archiven und Sonarmessungen konnte er offenbar die Position der U-Boote 19, 20 und 23 vor der türkischen Küste bestimmen. Während andere Taucher vor ihm bereits das Wrack von U-20 identifiziert haben wollen, war die Position der beiden anderen U-Boote bislang unbekannt. Wegen schlechtem Wetter konnte Kolay jedoch noch keine Tauchgänge unternehmen.

Die 30. U-Boot-Flotille, zu der die jetzt gefundenen Boote einst gehörten, sollte im Schwarzen Meer den Russen Widerstand leisten und zugleich die Versorgung der Wehrmacht sichern. Dazu wurden im Sommer 1942 sechs U-Boote über 2500 Kilometer zum Schwarzen Meer transportiert – 300 Kilometer davon über Land auf Tiefladern.

Nach einigen Erfolgen wendete sich jedoch im Sommer 1944 das Blatt. Rumänien trat auf die Seite Russlands über. Nun waren die U-Boote im Meer eingeschlossen. Um sie nicht in feindliche Hände fallen zu lassen, erhielten die Kapitäne den Befehl zur Versenkung. Die Überlebenden der drei Schiffe wurden auf ihrer Flucht von den Türken interniert – und behielten den Ort der Schiffe für sich. Sie wollten nicht, dass die Boote womöglich vom Kriegsgegner wieder in Stand gesetzt wurden.

Cindy Franke

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