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Abkühlung am Montag: Deutschland ächzt unter Hitze – fällt der Rekord?

Überall wird gestöhnt und geschwitzt: Die Hitzewelle hat Deutschland fest im Griff. Zum Wochenende hin könnten historische Temperaturrekorde purzeln. Eine entscheidende Rolle dabei spielt Saharastaub.
Sonne am Firmament
In ganz Deutschland reagieren Veranstalter, Vereine und Kommunen auf die enorm hohen Temperaturen. Zahlreiche Open-Air-Events wurden abgesagt.

Die seit Tagen anhaltende Hitzewelle steuert auf Rekordtemperaturen zu und wirbelt das Leben in Deutschland durcheinander. Zwar wird der Juni-Rekord am Donnerstag mit »hoher Wahrscheinlichkeit« noch nicht geknackt werden, wie Jens Winninghoff vom Deutschen Wetterdienst (DWD) der Deutschen Presse-Agentur sagte. Allerdings dürfte es nach seinen Worten am Tag darauf wohl so weit sein.

Die bisher höchste gemessene Temperatur an einem Junitag liegt bei 39,6 Grad und wurde am 30. Juni 2019 in Bernburg in Sachsen-Anhalt registriert. Ganz so weit soll das Thermometer am heutigen Donnerstag, 25. Juni 2026, noch nicht steigen; der DWD erwartet Höchstwerte nur knapp über 39 Grad, vor allem im Westen und Südwesten. Im Norden steigen die Temperaturen den Vorhersagen nach auf 27 bis 33 Grad, in den restlichen Landesteilen auf 34 bis 37 Grad. Auf einigen Nordseeinseln wird es laut DWD mit 22 Grad deutlich angenehmer.

Spannend werde es am Freitag, sagt Meteorologe Winninghoff. Dann rechnet der Experte vor allem im Westen und Südwesten Deutschlands mit Höchstwerten von 40 bis 41 Grad. »Der Juni-Rekord wird mit großer Sicherheit fallen.« Am Samstag wandere der Schwerpunkt der Hitze dann in den mittleren Landesteil und den Osten, bevor er am Sonntag die Mitte und die Osthälfte erreiche. Nur die Küstenregionen dürften von der extremen Hitze weitgehend verschont bleiben.

Entscheidet Saharastaub über den Rekord?

»Ob dann irgendwo der Allzeitrekord eingestellt wird, ist möglich, aber jetzt noch schwer abzuschätzen. Es hängt von mehreren Faktoren ab«, sagt Winninghoff. Der insgesamt höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen wurde laut DWD am 25. Juli 2019 mit 41,2 Grad an zwei Orten in Nordrhein-Westfalen gemessen: Tönisvorst und Duisburg-Baerl.

Verantwortlich für die derzeitige Hitze sei zunehmend heiße bis extrem heiße Luft, die aus Südwesteuropa nach Deutschland ströme. »Bei solchen Lagen kommt auch Saharastaub zu uns, der das Sonnenlicht etwas dimmt«, erklärt der Meteorologe. »Es ist immer eine leichte Trübung vorhanden, man wird es kaum sehen.« Das könne einen Allzeitrekord verhindern. »Das ist ein bisschen das Zünglein an der Waage.« 

Hitzefrei und abgesagte Open-Air-Events

In ganz Deutschland reagieren Veranstalter, Vereine und Kommunen auf die enorm hohen Temperaturen. Zahlreiche Open-Air-Events wurden abgesagt – etwa der für Sonntag geplante Halbmarathon in Hamburg, für den 24 000 Läuferinnen und Läufer angemeldet waren. »Es ist vermutlich die schwerste Entscheidung, die wir in der Geschichte dieser Veranstaltung treffen mussten«, hieß es auf der Homepage. 

Der Württembergische Fußballverband sagte sämtliche Fußballspiele für das kommende Wochenende ab. Der Berliner Fußball-Verband strich unter anderem alle Begegnungen im Kinderfußball, außerdem alle Spiele, die keine Relevanz für Auf- oder Abstiege haben.

Schulen reagieren vielerorts und verkürzen den Unterricht oder geben komplett Hitzefrei. In manchen Regionen gelten aufgrund von Wasserknappheit und Waldbrandgefahr Bewässerungs- und Grillverbote. 

Während Frankreich ab Freitag mit einer allmählichen Abkühlung rechnet, erwartet der DWD für Deutschland erst am Montag eine deutliche Entspannung. »Es wird noch schwül und heiß«, sagt Winninghoff, »aber die extreme Hitze ist dann komplett raus.« (dpa/kmh)

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